Steckbrief

Art
Hunderasse
FCI
157
Alter
8 - 10 Jahre
Größe
61 - 69 cm
Gewicht
41 - 59 kg
Preis Ø
2.100 €
Erfahrung
Fortgeschrittener
Energielevel
mäßig
Jagdtrieb
gering
Intelligenz
hoch
Wachsamkeit
sehr hoch
Felllänge
kurz
Gesundheit
durchschnittlich
Auslauf
zwischen 60 und 120 Minuten
Zeit alleine
2 - 5 Stunden
Fellfarben
Farbmuster
einfarbig
Farben
beigedunkelbraunhellbraun
Eigenschaften
geringer Pflegeaufwandmag Kinder
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Der Bullmastiff ist ein großer, ruhiger Molosser mit enger Bindung an seine Familie und ernstem Schutzinstinkt. Besonders gut passt der Bullmastiff zu erfahrenen Haltern, die einen gelassenen, souverän geführten Hund mit viel Präsenz suchen. Wer klare Regeln, einen passenden Alltag und Freude an ruhiger konsequenter Erziehung mitbringt, kann im Bullmastiff einen sehr verlässlichen Begleiter finden.

Bullmastiff Portrait: Ein erster Eindruck

Der Bullmastiff ist ein großer, kompakter und sehr kräftiger Hund, der trotz seines Gewichts nicht plump wirken soll. Typisch sind der breite Kopf, die kurze Schnauze, das kurze glatte Fell und der insgesamt massige, aber bewegliche Körperbau. Entstanden ist die Rasse in Großbritannien aus Mastiff und Bulldog. Ursprünglich sollte sie Wildhüter unterstützen, Eindringlinge stellen und dabei kontrollierbar bleiben. Genau aus dieser Geschichte erklärt sich bis heute viel von dem, was man im Alltag mit einem Bullmastiff erlebt.

Im Haus ist der Bullmastiff oft deutlich ruhiger, als seine Optik vermuten lässt. Viele Hunde dieser Rasse sind eng an ihre Menschen gebunden, liegen gern in deren Nähe und wirken im Alltag angenehm unaufgeregt, wenn die Grundordnung stimmt. Gleichzeitig ist das kein weicher Mitläufer, sondern ein Hund mit eigenem Blick auf Situationen. Er beobachtet genau, entscheidet nicht selten selbst mit und braucht deshalb Menschen, die ruhig, klar und verlässlich führen. Gerade diese Mischung aus Gelassenheit, Nähe und Ernsthaftigkeit macht den Reiz der Rasse aus.

Für Familien kann der Bullmastiff gut passen, wenn die Erwachsenen Erfahrung mit großen Hunden haben und den Alltag wirklich steuern. Mit Kindern kann er sehr geduldig und loyal sein, allein wegen seiner Größe und Kraft muss das Miteinander aber immer bewusst begleitet werden. Mit anderen Hunden ist vieles möglich, wenn Sozialisierung und Führung stimmen, während Katzen und andere Kleintiere stark vom einzelnen Hund und vom frühen Zusammenleben abhängen. Gesundheitlich ist der Bullmastiff keine sorglose Leichtgewichts-Rasse, sondern ein großer Molosser mit den typischen Themen schwerer Hunde. Wer sich für ihn interessiert, sollte sich deshalb nicht nur in den Charakter verlieben, sondern auch Gewicht, Lebensdauer und Pflegeaufwand ehrlich mitdenken.

Charakter, Temperament und Verhalten des Bullmastiff im Alltag

Ein gut geführter Bullmastiff ist im Alltag oft erstaunlich ruhig. Er muss nicht ständig beschäftigt werden, läuft nicht dauernd unter Strom und hat meist eine recht hohe Reizschwelle. Im Haus ist das angenehm, draußen kann es aber täuschen, weil dieser Hund in wichtigen Momenten sehr schnell ernst wird. Er meldet nicht jeden Unsinn, nimmt aber sehr genau wahr, was vor der Haustür, am Gartenzaun oder bei Besuch passiert. Wer einen offenen Hund sucht, der fremde Menschen automatisch freundlich begrüßt, ist hier meist bei der falschen Rasse.

Zur Familie steht der Bullmastiff oft sehr eng. Viele Hunde sind anhänglich, aber nicht hektisch, und suchen Nähe eher ruhig als verspielt-aufgeregt. Gleichzeitig bringt die Rasse viel Eigenständigkeit mit. Das zeigt sich nicht als sinnloser Ungehorsam, sondern eher so, dass der Hund nicht jeden Wunsch seines Menschen sofort begeistert ausführt, sondern erst einmal abwägt. Genau deshalb ist ein Bullmastiff kein Hund, den man über Stimmung, Lautstärke oder bloße Wiederholung zuverlässig steuert.

Im Alltag merkt man schnell, ob der Bullmastiff in das eigene Leben passt. In einem klaren, ruhigen Haushalt wirkt er oft souverän, belastbar und sehr angenehm. In hektischen, lauten oder unklar geführten Haushalten wird derselbe Hund schnell schwierig, weil er dann immer mehr selbst regeln will. Früh warnen sollten einen ständiges Kontrollverhalten an Türen und Fenstern, hartnäckiges Blockieren von Wegen, starkes Fixieren von Besuch oder große Unruhe bei Alltagsreizen. Solche Dinge wachsen sich bei dieser Rasse nicht einfach aus, sondern werden ohne saubere Führung meist größer.

Erziehung, Training und sinnvolle Beschäftigung beim Bullmastiff

Beim Bullmastiff funktioniert am besten eine ruhige, klare und verlässliche Führung. Er braucht keine harte Hand, aber einen Menschen, der Regeln wirklich meint und sie im Alltag sauber durchsetzt. Lautes Schimpfen, dauerndes Korrigieren oder hektisches Ziehen an der Leine machen viele Bullmastiffs eher stumpf oder noch eigenständiger. Gute Erziehung heißt hier vor allem: klare Grenzen, viel Wiederholung und ein Hund, der nicht jeden Tag neue Regeln vorfindet. Wer das kann, bekommt oft einen sehr verlässlichen Begleiter.

Ein typischer Fehler ist, die ruhige Art des jungen Hundes mit einfacher Führbarkeit zu verwechseln. Viele Bullmastiffs wirken als Welpen oder Junghunde gemütlich, freundlich und unkompliziert, bis sie körperlich und mental ernster werden. Dann fällt plötzlich auf, dass Leinenführigkeit, Besuchssituationen, Rückruf und Frustration nie wirklich sauber aufgebaut wurden. Ein weiterer Fehler ist, den Hund zu grob zu behandeln, wenn er stur wirkt. Bei einem kräftigen Molosser mit Schutztrieb führt so etwas nicht zu besserem Gehorsam, sondern oft zu Gegendruck oder wachsender Härte im Verhalten.

Sinnvoll ist Beschäftigung, die Zusammenarbeit stärkt und den Hund nicht unnötig hochfährt. Ruhige Suchaufgaben, saubere Unterordnung im Alltag, kontrollierte Nasenarbeit, Leinenarbeit und bewusst aufgebaute Impulskontrolle passen meist besser als wildes Ballwerfen oder hektisches Hochdrehen auf der Hundewiese. Der Bullmastiff braucht keinen Dauerbespaßer, aber sehr wohl einen Alltag, in dem Führung geübt und Orientierung gefestigt wird. Gerade weil er körperlich so stark ist, muss Alltagstraining früh sitzen. Je größer und erwachsener der Hund wird, desto teurer wird jeder Erziehungsfehler.

Bullmastiff: Sozialverhalten mit Kindern, Fremden und anderen Tieren

Mit Kindern kann ein Bullmastiff sehr gut leben, wenn er sie von Anfang an als normalen Teil seines Alltags kennenlernt und Erwachsene das Miteinander steuern. Viele Vertreter der Rasse sind geduldig, nervenstark und eng auf ihre Familie bezogen. Gerade deshalb entstehen Probleme eher nicht aus Aggression, sondern aus Größe, Gewicht und Schutzverhalten. Ein aufgeregtes Kind, viel Rennen, lautes Raufen oder unklarer Besuchsverkehr kann einen Bullmastiff in eine Rolle bringen, die er selbst zu ernst nimmt. Familienalltag funktioniert am besten, wenn der Hund nicht Babysitter sein soll, sondern verlässlich geführter Haushund bleibt.

Fremden gegenüber ist der Bullmastiff meist reservierter als klassische Familienrassen. Manche Hunde bleiben einfach ruhig und distanziert, andere stellen deutlicher infrage, wer da gerade ins Haus oder auf das Grundstück kommt. Das muss nicht problematisch sein, verlangt aber ein gutes Management. Besuch sollte nicht vom Hund kontrolliert werden, sondern vom Halter. Ein Bullmastiff, der selbst entscheidet, wen er reinlässt, wen er bedrängt oder wem er misstraut, ist im Alltag schnell anstrengend und kann rechtlich wie praktisch ein echtes Risiko werden.

Mit anderen Hunden hängt viel an der frühen Sozialisierung und an der Linie. Gut aufgebaute Hunde können durchaus sozial verträglich sein, trotzdem ist der Bullmastiff nicht die Rasse, bei der man jede Hundebegegnung locker laufen lassen sollte. Besonders bei gleichgeschlechtlichen Begegnungen oder bei engem Raum ist vorausschauende Führung wichtig. Mit Katzen kann ein Bullmastiff friedlich leben, wenn er sie früh kennenlernt und das Zusammenleben ruhig aufgebaut wird. Bei fremden Katzen oder kleinen, hektischen Haustieren sollte man nicht auf Gutmütigkeit wetten, sondern sauber sichern und realistisch bleiben.

Haltung: Wohnung, Haus mit Garten, Stadt oder Land?

Ein Bullmastiff braucht nicht zwingend ein riesiges Grundstück, aber er braucht eine Wohnsituation, die zu seiner Größe und seinem Wesen passt. In einer kleinen, engen Wohnung mit vielen Treppen, wenig Stauraum, engem Flur und dauerndem Kommen und Gehen wird das Zusammenleben schnell unpraktisch. Schon allein das Wenden, Liegen, Trocknen nach dem Spaziergang und das ruhige Platzmanagement brauchen bei so einem Hund mehr Raum als viele vorher denken. Eine größere, ruhige Wohnung kann dagegen gut funktionieren, wenn der Alltag geordnet ist und der Hund draußen sinnvoll geführt wird. Entscheidend sind nicht nur Quadratmeter, sondern Ruhe, Schnitt, Erreichbarkeit und Alltagstauglichkeit.

Ein Haus mit gut gesichertem Garten ist angenehm, ersetzt aber keinen Spaziergang und keine Erziehung. Der Garten ist beim Bullmastiff vor allem praktisch, weil kurze Löserunden leichter sind und der Hund etwas mehr Platz hat. Er macht den Hund aber nicht automatisch ausgeglichen. Im Gegenteil kann ein unklar geführter Bullmastiff im Garten schnell anfangen, Zaun, Einfahrt oder Grundstück zu stark zu kontrollieren. Wer Haus und Garten hat, muss deshalb besonders darauf achten, dass der Hund nicht in eine dauerhafte Wachrolle rutscht.

Stadt und Land sind beide möglich, stellen aber unterschiedliche Anforderungen. In der Stadt sind Aufzug, enge Hauseingänge, viel Besuchsverkehr, viele Hundebegegnungen und wenig entspannte Grünflächen die eigentlichen Knackpunkte. Auf dem Land sind es eher Zaunsicherheit, klare Besucherregeln und ein sauberer Umgang mit Territorialverhalten. Dazu kommt, dass für molossoide Rassen je nach Wohnort zusätzliche rechtliche Auflagen eine Rolle spielen können. Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt, sollte das vor dem Kauf nicht erst nebenbei prüfen, sondern ganz am Anfang.

Fell, Pflege und körperliche Routine beim Bullmastiff

Das Fell des Bullmastiff ist kurz, glatt und im klassischen Sinn pflegeleicht. Man braucht keinen Hundefriseur und keine aufwendigen Fellrituale. Trotzdem ist der Alltag nicht völlig sauber und unkompliziert. Der Hund haart, bringt durch seine Masse bei Regen und Matsch einiges mit ins Haus und hinterlässt durch Schnauze und Lefzen je nach Linie auch Speichelspuren. Wer einen geschniegelt ordentlichen Haushalt ohne Hundehaare und Sabber möchte, wird mit einem Bullmastiff auf Dauer oft nicht glücklich.

Im normalen Alltag reicht meist regelmäßiges Bürsten, damit lose Haare und Hautschuppen nicht überall landen. Nach Spaziergängen gehören Pfoten, Lefzen und Bauch kurz kontrolliert, besonders bei Nässe, Schnee oder schlammigem Untergrund. Die Ohren sollten man ebenfalls im Blick behalten, weil schwere Hunde mit Hängeohren bei Wärme und Feuchtigkeit schneller Probleme entwickeln können. Ein Bullmastiff ist kein Hund mit großem Kosmetikprogramm, aber er profitiert sehr von einer festen, nüchternen Routine. Genau das hält den Aufwand klein.

Wichtig sind außerdem Krallen, Pfoten und das Gewicht. Viele schwere Hunde laufen ihre Krallen nicht automatisch ideal ab, vor allem wenn sie viel weicheren Boden gehen. Zu lange Krallen verändern den Stand und machen einen ohnehin massigen Hund noch unbequemer im Gang. Pfotenballen, Zwischenräume und Druckstellen sollte man regelmäßig prüfen, besonders bei älteren oder sehr schweren Tieren. Körperpflege heißt beim Bullmastiff deshalb nicht Schönmachen, sondern sachliche Gesundheitsroutine.

Bullmastiff: Gesundheit, Lebenserwartung und typische Risiken

Gesundheit ist beim Bullmastiff ein wichtiger Punkt und kein Nebenthema. Die Rasse kann robust wirken, ist aber wegen Größe, Gewicht und Körperbau nicht leichtfertig einzuordnen. Die typische Lebenserwartung liegt eher unter der vieler mittelgroßer Familienhunde. Wer sich einen Bullmastiff anschafft, sollte von Anfang an mitdenken, dass schwere Rassen früher altern und gesundheitliche Baustellen schneller teuer und belastend werden können. Das ist kein Grund gegen die Rasse, aber ein Grund für einen nüchternen Blick.

Typische Themen sind Gelenke und Bewegungsapparat, vor allem Hüfte und Ellenbogen. Dazu kommen bei der Rasse unter anderem Probleme an den Augenlidern, Magenprobleme bis hin zum Risiko einer Magendrehung, Herzthemen und insgesamt die allgemeine Belastung eines schweren Hundekörpers. Auch Hitze verträgt nicht jeder Bullmastiff gut. Schnarchen, schwere Atmung, schnelle Erschöpfung, auffälliger Speichelfluss, steifer Gang, Lahmheit oder Unlust beim Aufstehen sollte man nicht als normal abtun. Gerade bei einem so großen Hund verschieben sich kleine Warnzeichen schnell in größere Probleme.

Entscheidend sind Herkunft, Aufzucht, Gewicht und Alltag. Ein zu schwer gehaltener Bullmastiff lebt nicht gemütlicher, sondern oft deutlich ungesünder. Gute Züchter lassen die Elterntiere auf zentrale Risiken prüfen und reden offen über Stärken und Schwächen ihrer Linien. Wichtig ist auch, wie der Junghund aufwächst: nicht zu schnell schwer werden, keine sinnlosen Belastungen, keine Dauerüberforderung. Wer hier sauber startet, verbessert die Chancen deutlich, bekommt aber trotzdem keine Gesundheitsgarantie.

Laufende Kosten und finanzielle Realität

Der Bullmastiff ist klar kostenintensiv. Die Anschaffung ist nur der Einstieg, und die eigentliche finanzielle Realität beginnt erst im Alltag. Ein großer schwerer Hund frisst mehr, braucht stabilere Ausrüstung und verursacht bei Krankheit, Narkose, Diagnostik oder Medikamenten schnell deutlich höhere Rechnungen als ein kleinerer Hund. Dazu kommt, dass viele Halter bei dieser Rasse früher oder später in Training, Management oder gesundheitliche Abklärung investieren. Wer knapp kalkulieren muss, kauft sich mit dem Bullmastiff leicht eine dauerhafte finanzielle Baustelle.

Unterschätzt werden oft nicht die normalen Dinge, sondern die großen Blöcke. Schon Futter, Versicherung, Auto, Betreuung im Urlaub oder passende Unterbringung unterwegs sind bei so einem Hund seltener billig. Wird der Hund krank oder orthopädisch auffällig, steigen die Kosten schnell spürbar an. Auch Alltagshilfen für den älter werdenden Hund, etwa für Transport oder Schonung, sind bei dieser Gewichtsklasse ein anderes Thema als bei einem mittelgroßen Begleiter. Der Bullmastiff ist deshalb kein Hund für Menschen, die nur an den Kaufpreis denken.

Rücklagen sind bei dieser Rasse kein Extra, sondern Pflicht. Das gilt besonders, weil manche Probleme plötzlich auftreten und dann sofort gehandelt werden muss. Wer finanziell stabil aufgestellt ist, erlebt den Bullmastiff deutlich entspannter. Wer immer hofft, dass schon nichts passieren wird, geht bei einem großen Molosser ein unnötiges Risiko ein. Unterm Strich gehört der Bullmastiff klar in die teurere Kategorie der Hundehaltung.

Bullmastiff kaufen: Anschaffung, Verfügbarkeit und seriöse Anbieter

Der Bullmastiff ist in DACH sichtbar vorhanden, aber keine Rasse, die man an jeder Ecke aus guter Zucht findet. Genau das ist eher ein Vorteil als ein Nachteil, weil Spontankäufe dadurch etwas seltener sind. Wer ernsthaft sucht, sollte Zeit mitbringen und bereit sein, auf einen passenden Wurf zu warten. Seriöse Züchter sprechen offen über Wesen, Gewicht, Gesundheitsrisiken und Alltagstauglichkeit. Sie zeigen die Mutterhündin, erklären die Linie, legen Untersuchungen offen und wollen nicht nur verkaufen, sondern wissen, wie der Hund später lebt.

Red Flags sind große Versprechen, verharmloste Gesundheitsrisiken, auffällig billige Angebote, fehlende Nachweise, Abgabe ohne saubere Beratung und jede Form von Druck beim Kauf. Auch ein Züchter, der Schutztrieb, Misstrauen oder Masse nur als Stärke verkauft, ohne über Führung und Verantwortung zu sprechen, ist kein gutes Zeichen. Beim Bullmastiff sollte man außerdem genau hinschauen, wie die Elterntiere sich im Kontakt, im Gangbild, bei Hitze und im Umgang mit Besuch zeigen. Vor der festen Zusage sollte auch geklärt sein, ob am Wohnort besondere Vorgaben für Haltung, Anmeldung oder Versicherung gelten. Gerade bei großen Molossern spart saubere Vorarbeit später viel Ärger.

Passt Bullmastiff wirklich zu mir?

Der Bullmastiff passt gut zu Menschen, die Ruhe ausstrahlen, klare Regeln leben und keinen Hund suchen, der dauernd bespaßt werden will. Er kann ein sehr angenehmer Familienhund sein, wenn seine Menschen Erfahrung mitbringen und sein Schutzinstinkt nicht romantisiert, sondern geführt wird. Besonders gut passt er in Haushalte mit stabilem Tagesablauf, genug Platz und Erwachsenen, die auch in Besuchssituationen, an der Leine und bei Konflikten souverän bleiben. Wer einen engen, loyalen und im Haus eher ruhigen Begleiter mit viel Präsenz sucht, kann mit einem Bullmastiff sehr glücklich werden. Voraussetzung ist immer, dass Führung und Management wirklich sitzen.

Weniger passend ist der Bullmastiff für Anfänger, sehr unstrukturierte Familien, häufig wechselnde Betreuung oder Menschen, die einen unkompliziert offenen Hund für jede Situation wollen. Auch in sehr engen Wohnverhältnissen, bei vielen Treppen, langen Alleinzeiten oder großer Unsicherheit im Umgang mit fremden Menschen und fremden Hunden wird es oft schwierig. Ein häufiger Irrtum ist, die ruhige Art mit einfacher Haltung zu verwechseln. Der Bullmastiff ist nicht hektisch, aber trotzdem anspruchsvoll. Seine Probleme entstehen selten laut und früh, sondern oft leise und dann mit viel Kraft dahinter.

Wer sich von der imposanten Optik angezogen fühlt, sollte ehrlich prüfen, ob er wirklich den ganzen Hund möchte. Zum Bullmastiff gehören nicht nur Ruhe und Nähe, sondern auch Gewicht, Verantwortung, Reserviertheit gegenüber Fremden und ein Alltag, der geführt werden muss. Wer das nur halb will, fährt mit einer anderen Rasse meist besser. Wer genau das sucht und sauber umsetzt, bekommt dagegen oft einen beeindruckend loyalen, würdevollen und sehr verlässlichen Begleiter. Der Bullmastiff ist kein Hund für viele, aber für die richtigen Menschen oft ein sehr stimmiger.

Bullmastiff FAQ:

Ist der Bullmastiff ein Anfängerhund?

Nein. Größe, Kraft, Schutzinstinkt und Eigenständigkeit machen ihn zu einer Rasse für Menschen mit solider Hundeerfahrung.

Reicht eine kleine Wohnung für einen Bullmastiff aus?

Meist nur dann, wenn der Alltag sehr gut organisiert ist und die Wohnung trotz geringer Fläche ruhig und praktikabel geschnitten ist. Enge, viele Treppen und wenig Ausweichfläche machen das Leben mit so einem großen Hund schnell unnötig schwer.

Wie lange kann ein Bullmastiff allein bleiben?

Ein paar Stunden sind bei gut aufgebautem Alleinbleiben oft machbar. Für lange Arbeitstage ohne Pause ist die Rasse aber keine gute Wahl.

Kann ein Bullmastiff mit Kindern zusammenleben?

Ja, oft sogar gut. Wegen Gewicht, Kraft und Schutzverhalten muss das Miteinander aber immer von Erwachsenen begleitet werden.

Verträgt sich der Bullmastiff mit Katzen?

Das kann gut klappen, wenn Hund und Katze früh und ruhig zusammengeführt werden. Bei fremden Katzen oder kleinem hektischem Getier sollte man deutlich vorsichtiger sein.

Kann man einen Bullmastiff ableinen?

Das hängt stark von Training, Umgebung und dem einzelnen Hund ab. In offenen, reizstarken Situationen sollte man bei dieser Größe und Eigenständigkeit lieber realistisch als optimistisch sein.

Ist der Bullmastiff aggressiv?

Ein gut gezüchteter und gut geführter Bullmastiff ist nicht grundlos aggressiv. Er ist aber reserviert, ernsthaft und verteidigungsbereit, wenn er Situationen falsch einschätzt oder zu viel selbst regeln darf.

Sabbert ein Bullmastiff stark?

Viele sabbern zumindest spürbar, vor allem nach dem Trinken, Fressen oder bei Aufregung. Wer Speichelspuren im Alltag gar nicht mag, sollte das nicht kleinreden.

Was ist bei Hitze besonders wichtig?

Der Bullmastiff sollte an warmen Tagen geschont, gut beobachtet und nicht in die Mittagswärme geschickt werden. Große schwere Hunde mit kurzer Schnauze geraten schneller an ihre Grenzen, als viele denken.

Woran erkenne ich einen seriösen Bullmastiff-Züchter?

An offener Kommunikation, nachweisbaren Gesundheitsuntersuchungen, realistischen Aussagen über Wesen und Risiken sowie daran, dass er auch kritische Fragen zu Linie, Alltag und Haltung ernsthaft beantwortet.

Bullmastiff Alternativen: Diese Hunde passen vielleicht besser

Der Boxer ist eine gute Alternative für Menschen, die das kraftvolle Auftreten, die Familiennähe und die Wachsamkeit des Bullmastiff mögen, aber einen etwas leichteren und meist besser lesbaren Hund suchen. Er ist aktiver und verspielter, dafür in vielen Haushalten etwas einfacher zu führen, weil er körperlich handlicher und im Training oft direkter ansprechbar ist. Wer also einen wachsamen Familienhund mit Molosser-Ausstrahlung möchte, aber nicht gleich einen sehr schweren, reservierten Hund im Haus haben will, sollte sich den Boxer genau ansehen.

Die Continental Bulldog passt gut zu Menschen, die den kompakten Molosser-Typ, die Ruhe im Haus und die enge Bindung mögen, dabei aber weniger Größe und mehr Alltagstauglichkeit in Wohnung, Auto und Stadt brauchen. Sie ist deutlich kleiner als der Bullmastiff und damit in vielen Lebenssituationen einfacher zu managen. Für Halter, die Präsenz und Charakter wollen, aber nicht das volle Paket aus Gewicht, Schutzschwere und Platzbedarf eines Bullmastiff, kann sie die stimmigere Wahl sein.

Der Leonberger ist interessant für Menschen, die vor allem den großen, ruhigen und familiennahen Hund suchen, aber mit Fremden lieber mehr Milde und weniger Ernst im Alltag hätten. Er ist ebenfalls groß und sicher kein Anfängerhund, wirkt im sozialen Kontakt aber oft weicher und weniger territorial als ein Bullmastiff. Dafür bringt er deutlich mehr Fellpflege mit. Wer also den imposanten Familienhund will, aber nicht so stark in Richtung Wachhund denkt, findet hier oft die passendere Alternative.