Steckbrief

Art
Hunderasse
FCI
46
Alter
12 - 15 Jahre
Größe
50 - 56 cm
Gewicht
25 - 32 kg
Preis Ø
1.800 €
Erfahrung
Fortgeschrittener
Energielevel
hoch
Jagdtrieb
gering
Intelligenz
hoch
Wachsamkeit
hoch
Felllänge
kurz
Gesundheit
robust
Auslauf
über 120 Minuten
Zeit alleine
2 - 5 Stunden
Fellfarben
Farbmuster
mehrfarbig
Farben
hellbraunschwarzweiß
Eigenschaften
geringer Pflegeaufwandmag Hundemag Kindersabbert wenigsehr selten
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Der Appenzeller Sennenhund ist ein wacher, beweglicher und erstaunlich ernsthafter Schweizer Arbeitshund mit enger Bindung an seine Menschen. Besonders gut passt er zu aktiven Haltern, die klare Regeln mögen, ihren Hund nicht nur auslasten, sondern auch sauber führen wollen und mit Wachsamkeit umgehen können. Wer einen robusten Familienhund mit Charakter sucht und keine bequeme Nebenher-Rasse erwartet, findet hier einen sehr besonderen Begleiter.

Appenzeller Sennenhund Portrait: Ein erster Eindruck

Der Appenzeller Sennenhund ist ein mittelgroßer, kräftiger und sehr beweglicher Schweizer Bauernhund. Typisch sind das kurze Stockhaar, die klare Dreifarbigkeit und die hoch getragene, eingerollte Rute. Er wirkt kompakt, athletisch und wach, ohne schwer oder plump zu sein. Schon optisch sieht man ihm an, dass er kein gemütlicher Sofahund ist. Er wurde als Treib-, Hüte-, Wach- und Hofhund geprägt und bringt genau diese Arbeitsnähe bis heute mit.

Im Alltag fällt zuerst seine Präsenz auf. Der Appenzeller ist aufmerksam, schnell im Kopf und meist sehr eng an seine Bezugspersonen gebunden. Gleichzeitig bringt er eine gewisse Selbstständigkeit mit, die aus seiner ursprünglichen Arbeit kommt. Er wartet also nicht immer passiv auf Anweisungen, sondern beobachtet mit und entscheidet in manchen Situationen auch selbst. Genau das macht ihn interessant, aber eben auch anspruchsvoller als viele freundlich-glatte Familienrassen.

Für passende Familien kann er ein toller Hund sein, wenn Alltag, Beschäftigung und Regeln stimmen. Mit Kindern klappt vieles gut, wenn der Umgang ruhig und klar begleitet wird und der Hund nicht dauernd hochfährt. Mit anderen Hunden ist ein gutes Zusammenleben oft gut möglich, wenn früh sauber sozialisiert wurde. Bei Katzen und Kleintieren sollte man genauer hinschauen, weil Bewegungsreize trotz geringem klassischem Jagdtrieb ein Thema sein können. Gesundheitlich gilt die Rasse insgesamt als eher robust, dennoch lohnt sich wegen der kleinen Zuchtbasis ein genauer Blick auf Herkunft und Gesundheitsvorsorge.

Charakter, Temperament und Verhalten des Appenzeller Sennenhundes im Alltag

Im Haus ist der Appenzeller Sennenhund oft anhänglich, aufmerksam und gern in der Nähe seiner Menschen. Draußen zeigt er dann sehr deutlich, was in ihm steckt: Tempo, Wachsamkeit, Arbeitslust und ein gutes Gespür für das, was um ihn herum passiert. Viele Appenzeller melden Besuch, Geräusche oder Bewegungen zuverlässig und nicht gerade leise. Das ist keine schlechte Eigenschaft, sondern Teil der Rasse. Man muss es nur mögen und vernünftig lenken können.

Er ist ein Hund, der auf klare Linien anspricht. Wenn Regeln nachvollziehbar sind und der Halter ruhig bleibt, arbeitet er in der Regel gut mit. Hektik, Härte, dauernd wechselnde Maßstäbe oder ein unklarer Alltag machen das Zusammenleben oft unnötig schwierig. Der Appenzeller ist nicht empfindlich im Sinne von zerbrechlich, aber er merkt sehr genau, wie konsequent und verlässlich man mit ihm umgeht. Wer heute etwas erlaubt, morgen verbietet und übermorgen wieder anders entscheidet, bekommt bei dieser Rasse schnell Diskussionen.

Frühe Warnzeichen für eine schlechte Passung sollte man ernst nehmen. Wenn ein Halter eigentlich einen unkomplizierten, überall freundlichen, wenig bellenden und leicht ermüdbaren Hund sucht, wird der Appenzeller oft nicht passen. Auch Menschen, die seinen Wachtrieb verniedlichen oder seine Eigenständigkeit mit Sturheit verwechseln, geraten schnell in einen anstrengenden Alltag. Problematisch wird es außerdem, wenn der Hund zwar viel Bewegung bekommt, aber keine Orientierung und keine innere Ruhe lernt. Dann ist er nicht automatisch ausgelastet, sondern oft nur fitter und noch schneller ansprechbar auf jeden Reiz.

Erziehung, Training und sinnvolle Beschäftigung beim Appenzeller Sennenhund

Am besten funktioniert beim Appenzeller eine ruhige, klare und verlässliche Führung. Er lernt gern, aber nicht gut unter Druck. Lautes Korrigieren, grober Ton oder ständiges Gegenhalten machen ihn oft härter, unruhiger oder schlicht weniger kooperativ. Viel sinnvoller sind saubere Wiederholungen, klare Signale und ein Alltag, in dem der Hund immer wieder Orientierung am Menschen übt. Gerade Leinenführigkeit, Rückruf, Besuchssituationen und Ruhetraining sollten früh aufgebaut werden.

Ein typischer Fehler ist, den Hund nur körperlich müde machen zu wollen. Dann wird sehr viel gelaufen, gespielt oder geworfen, aber kaum an Konzentration, Frustrationstoleranz und Alltagssicherheit gearbeitet. Ein weiterer Fehler ist zu frühe Freiheit. Viele Appenzeller wirken klug und ansprechbar, solange wenig Ablenkung da ist, und dann wird zu schnell zu viel erwartet. Später wundert man sich über Ziehen an der Leine, lautes Melden, ständiges Kontrollieren oder hektische Reaktionen auf Umweltreize. Das sind oft keine Charakterfehler, sondern Lücken im Aufbau.

Wirklich passend sind Beschäftigungen, die Kopf und Körper zusammenbringen. Lange Spaziergänge, kontrollierte Sucharbeit, Fährtenarbeit, Dummytraining, kleine Hüte- oder Treibelemente in passendem Rahmen und gut aufgebauter Hundesport liegen ihm meist deutlich besser als stumpfes Ballwerfen. Auch Wanderungen, Bergtouren oder regelmäßige Aufgaben im Alltag passen gut zu ihm. Weniger sinnvoll ist alles, was nur hochfährt und den Hund dauerhaft auf Spannung hält. Der Appenzeller profitiert am meisten von Arbeit, bei der er mitdenken darf und sich trotzdem am Menschen orientieren muss.

Appenzeller Sennenhund: Sozialverhalten mit Kindern, Fremden und anderen Tieren

Mit Kindern kann der Appenzeller Sennenhund sehr gut zurechtkommen, wenn der Rahmen stimmt. Er ist oft eng bei seiner Familie, aufmerksam und gern mittendrin. Für lebhafte Familien kann das gut passen, solange Erwachsene den Kontakt vernünftig steuern und dem Hund auch Ruhephasen geben. Kleine Kinder und ein hochfahrender, noch unreifer Appenzeller sind allerdings keine Kombination, die man einfach laufen lassen sollte. Ein solcher Hund braucht keine wilde Dauerbespaßung, sondern verlässliche Regeln und einen ruhigen Platz im Alltag.

Fremden begegnet er häufig eher abwartend bis misstrauisch. Das ist bei dieser Rasse normal und noch kein Problem. Entscheidend ist, dass daraus kein dauerhaftes Angehen, Verbellen oder Kontrollieren wird. Mit guter Führung kann der Appenzeller lernen, Besuch, Spaziergänger und Alltagssituationen sachlich zu nehmen, ohne jeden Reiz kommentieren zu müssen. Mit anderen Hunden ist vieles möglich, vor allem wenn Begegnungen früh vernünftig eingeübt und nicht dauernd durch Leinenchaos oder Hektik verdorben werden.

Bei Katzen und Kleintieren kommt es stark auf Gewöhnung, Einzelfall und Führung an. Ein Appenzeller ist kein klassischer Jagdhund, aber bewegte Ziele können ihn trotzdem stark interessieren. Mit einer im Haushalt aufgewachsenen Katze klappt das oft deutlich besser als mit fremden Katzen draußen. Bei Kaninchen, Hühnern oder anderen kleinen Tieren ist Management wichtig, auch weil Treib- und Kontrollverhalten im Alltag ähnlich unerquicklich sein können wie echter Jagdeifer. Wer bereits mehrere kleine Tiere im Haushalt hat, sollte diesen Punkt vor der Anschaffung sehr nüchtern prüfen.

Haltung: Wohnung, Haus mit Garten, Stadt oder Land?

Der Appenzeller Sennenhund braucht nicht zwingend einen Bauernhof, aber er braucht eine stimmige Wohnrealität. Eine kleine, unruhige Stadtwohnung mit wenig Platz, dünnen Wänden, vielen Treppen und kaum erreichbaren Grünflächen ist meist keine ideale Lösung. Eine größere, ruhige Wohnung kann dagegen funktionieren, wenn der Hund genug Auslastung, klare Tagesstruktur und gute Ruhe lernt. Bei etwa 60 Quadratmetern kommt es stark auf Schnitt, Tagesablauf und Umfeld an. Eng, laut und hektisch ist schwieriger als kompakt, ruhig und gut organisiert.

Ein Haus mit sicher eingezäuntem Garten ist praktisch, ersetzt aber keine Spaziergänge und kein Training. Der Garten ist beim Appenzeller nur Zusatz, nicht die eigentliche Lösung. Wer ländlich wohnt, profitiert oft von mehr Platz, besseren Laufstrecken und weniger Alltagsreizen. Gleichzeitig gibt es dort oft mehr Wild, Hofreize, Geräusche und Aufgaben, die den Hund geistig ständig anknipsen können. Stadtleben ist nicht unmöglich, verlangt aber deutlich mehr Management, mehr Reizgewöhnung und meist auch mehr Toleranz gegenüber Meldeverhalten.

Wichtig sind außerdem Treppen, Aufzug, Nachbarn und Arbeitszeiten. Ein Appenzeller, der täglich mehrfach enge Altbautreppen laufen muss, wenig Rückzugsraum hat und lange allein bleibt, lebt schnell an seinen eigentlichen Bedürfnissen vorbei. Für Berufstätige ist entscheidend, ob der Hund wirklich in einen strukturierten Tagesablauf eingebunden wird oder nur zwischen kurzen Runden und langen Ruheblöcken mitläuft. Auch das Thema Alleinbleiben sollte nüchtern gesehen werden. Einige Stunden sind mit Training möglich, aber ein Hund dieser Nähe und Wachsamkeit ist nicht dafür gemacht, regelmäßig einen halben Arbeitstag sich selbst zu überlassen.

Fell, Pflege und körperliche Routine beim Appenzeller Sennenhund

Das Fell des Appenzeller Sennenhundes ist kurz, dicht und im Alltag deutlich pflegeleichter als bei vielen langhaarigen Familienhunden. Trotzdem ist es kein Null-Aufwand-Fell. Er trägt Stockhaar mit Unterwolle und haart entsprechend, vor allem im Fellwechsel recht spürbar. Das Haarkleid schützt gut gegen Wetter, Schmutz und Kälte, bringt aber auch lose Haare, Nässe und Dreck mit ins Haus. Wer völlig haarfreie Böden erwartet, ist auch hier falsch.

Im normalen Alltag reicht meist regelmäßiges Bürsten, damit lose Haare und Schmutz nicht überall landen. Nach Regen, Waldwegen oder Feldrunden lohnt sich ein schneller Blick auf Bauch, Läufe und Pfoten. Kletten sind seltener ein Problem als bei langem Fell, dafür bleibt feiner Dreck gern im dichten Haarkleid hängen. Angenehm ist, dass der Appenzeller keinen typischen Friseurbedarf hat und meist mit einer einfachen, sauberen Pflegeroutine gut auskommt. Gerade das macht ihn für Menschen attraktiv, die einen robusten Arbeitshund mit überschaubarem Fellaufwand suchen.

Zur Routine gehören aber nicht nur Bürste und Handtuch. Ohren sollten regelmäßig kontrolliert werden, auch wenn sie weniger pflegeintensiv sind als schwere Schlappohren. Pfoten brauchen nach langen Touren, Streusalz oder sehr rauem Untergrund kurze Checks, damit kleine Verletzungen nicht übersehen werden. Krallen nutzen sich bei vielen aktiven Hunden gut ab, aber eben nicht immer gleichmäßig. Wer diese Dinge von Anfang an ruhig übt, hat später im Alltag meist einen Hund, der Pflege ohne Theater mitmacht.

Appenzeller Sennenhund: Gesundheit, Lebenserwartung und typische Risiken

Der Appenzeller Sennenhund gilt insgesamt als robuste und recht ursprüngliche Rasse. Bei guter Herkunft, vernünftiger Aufzucht und passender Haltung sind 12 bis 15 Jahre eine realistische Spanne. Damit steht er für einen mittelgroßen Arbeitshund insgesamt ordentlich da. Robust heißt aber nicht automatisch sorgenfrei. Gerade bei seltenen Rassen muss man immer auch die kleine Zuchtbasis mitdenken.

Besonders im Blick haben sollte man Gelenke und Augen. Hüften und Ellenbogen sollten bei Zuchttieren sauber untersucht sein, weil Fehlentwicklungen wie bei vielen aktiven mittelgroßen bis größeren Hunden auch hier vorkommen können. Dazu kommen Augenthemen, die man nicht dramatisieren muss, aber eben auch nicht wegreden sollte. Einzelne Linien können außerdem weitere Baustellen mitbringen, etwa Herzthemen oder orthopädische Probleme. Ein spürbar zu hohes Gewicht verschärft bei dieser beweglichen Rasse vieles unnötig und ist deshalb kein Nebenthema.

Wichtig sind ein ehrlicher Züchter, nachvollziehbare Gesundheitsunterlagen und ein wacher Blick im Alltag. Wiederkehrende Lahmheit, auffällige Steifheit nach Belastung, frühe Erschöpfung, häufiges Augenreiben oder ungewöhnliche Unsicherheit in der Bewegung sollte man nicht als Marotte abtun. Auch die beste Rassebeschreibung ersetzt keine saubere Herkunft. Gerade weil der Appenzeller selten ist, sollte man nicht aus Ungeduld beim ersten passenden Wurf zugreifen. Gute Auswahl am Anfang spart oft später sehr viel Ärger.

Laufende Kosten und finanzielle Realität

Der Appenzeller Sennenhund liegt finanziell eher im oberen Mittelfeld. Er ist kein extrem teurer Spezialfall, aber auch ganz sicher kein günstiger Hund, der einfach so mitläuft. Dafür ist er zu aktiv, zu ernsthaft und in vielen Fällen zu trainingsbedürftig. Seine Größe, sein Bewegungsbedarf und die Tatsache, dass gute Herkunft bei dieser seltenen Rasse besonders wichtig ist, treiben die Gesamtkosten spürbar nach oben. Wer knapp kalkuliert, plant diesen Hund meist zu optimistisch.

Kostentreiber sind vor allem solides Futter, Versicherung, Tierarzt, Ausrüstung und oft auch Training. Gerade im ersten Jahr summieren sich Alltagstraining, Leinen, Geschirre, Transport, Grundausstattung und mögliche Beratung schneller, als viele anfangs denken. Hinzu kommt, dass seltene Rassen oft nicht direkt um die Ecke verfügbar sind. Besuche, Wartezeiten und eine weitere Anfahrt zur passenden Zuchtstelle gehören schnell zur Realität. Pflege ist beim kurzen Fell vergleichsweise günstig, dafür sollte man bei Gesundheit und Erziehung nicht sparen.

Wichtig sind deshalb Rücklagen und ein nüchterner Blick auf den Alltag. Ein Hund wie der Appenzeller kostet nicht nur dann Geld, wenn etwas schiefläuft, sondern schon dann, wenn man ihn von Anfang an vernünftig halten will. Gute Führung, schnelle Abklärung bei gesundheitlichen Auffälligkeiten und solide Versorgung machen ihn auf Dauer deutlich angenehmer. Wer diese laufende Realität mitdenkt, hat später deutlich weniger Stress. Wer nur auf den Kaufpreis schaut, rechnet bei dieser Rasse fast immer zu knapp.

Appenzeller Sennenhund kaufen: Anschaffung, Verfügbarkeit und seriöse Anbieter

Der Appenzeller Sennenhund ist im deutschsprachigen Raum selten. Genau deshalb sollte man nicht nach dem erstbesten Wurf suchen, sondern nach dem stimmigsten Gesamtbild aus Gesundheit, Wesen und Aufzucht. Wartezeiten sind normal und eher ein gutes Zeichen als ein Problem. Seriöse Züchter sind meist in den nationalen Verbandsstrukturen organisiert, geben ihre Hunde nicht nebenbei ab und können sehr genau erklären, warum diese Verpaarung gewählt wurde. Auch ein ausführliches Kennenlernen der Elterntiere oder zumindest der Mutterhündin sollte selbstverständlich sein.

Red Flags sind schnelle Verfügbarkeit, weichgespülte Werbesprache und Ausflüchte bei Gesundheitsfragen. Wer nur von Treue, Schönheit und Familienhund spricht, aber Bellfreude, Wachsamkeit, Reizoffenheit und Trainingsbedarf klein hält, macht es sich zu einfach. Ebenso kritisch sind unklare Papiere, fehlende Untersuchungen, Druck zur schnellen Zusage oder mehrere Würfe ohne sauberen Überblick. Bei einer seltenen Rasse sollte gerade nicht der Eindruck entstehen, dass der Welpe möglichst unkompliziert verkauft werden soll. Ein guter Züchter fragt viel, zeigt Unterlagen offen und redet nicht nur über Vorzüge, sondern auch über die Seiten, die im Alltag Arbeit machen.

Passt der Appenzeller Sennenhund wirklich zu mir?

Der Appenzeller Sennenhund passt gut zu aktiven Menschen, die Hunde ernst nehmen und gern mit ihnen arbeiten. Ideal ist ein Zuhause, in dem Bewegung, Regeln und gemeinsame Zeit nicht nur am Wochenende stattfinden. Wer Freude an Training, ruhiger Konsequenz und einem Hund mit klarer eigener Meinung hat, bringt viel für diese Rasse mit. Auch Familien können sehr gut passen, wenn Erwachsene führen und der Hund nicht bloß als mitlaufendes Familienprojekt gedacht ist. Besonders stimmig ist der Appenzeller dort, wo er nah bei seinen Menschen sein darf und trotzdem einen klaren Rahmen hat.

Weniger passend ist er für Menschen, die vor allem einen besonders unkomplizierten Ersthund suchen. Auch bei langen Arbeitstagen außer Haus, wenig Geduld für Training, hoher Geräuschempfindlichkeit oder engem Wohnumfeld mit vielen Nachbarn sollte man sehr ehrlich mit sich sein. Wer möglichst wenig Bellen, wenig Wachsamkeit und wenig eigene Meinung möchte, wird mit anderen Rassen oft entspannter leben. Dass der Appenzeller hübsch, selten und markant ist, reicht als Grund für die Anschaffung nicht aus. Seine guten Seiten kommen erst dann richtig zur Geltung, wenn die Passung wirklich stimmt.

Wenn diese Passung da ist, kann der Appenzeller Sennenhund ein hervorragender Begleiter sein. Er ist loyal, klug, robust und oft beeindruckend präsent, ohne dauernd künstlich beschäftigt werden zu müssen. Viele schätzen an ihm genau diese Mischung aus Arbeitsnähe, Familienbindung und Eigenständigkeit. Er ist kein Hund für jeden, aber auch kein übertriebener Spezialfall. Für die richtigen Menschen ist er ein sehr besonderer, ehrlicher und im besten Sinn echter Hund.

Appenzeller Sennenhund FAQ:

Ist der Appenzeller Sennenhund für Anfänger geeignet?

Eher nur eingeschränkt. Ein sehr engagierter Anfänger mit viel Zeit und Lust auf konsequente Erziehung kann das schaffen, einfacher wird das Zusammenleben mit dieser Rasse dadurch aber nicht.

Bellt ein Appenzeller Sennenhund viel?

Ja, Meldeverhalten gehört recht typisch zur Rasse. Mit guter Führung lässt es sich lenken, ganz wegtrainieren sollte man es aber weder erwarten noch wollen.

Reicht eine 60-Quadratmeter-Wohnung für einen Appenzeller Sennenhund?

Das kann funktionieren, wenn die Wohnung ruhig geschnitten ist, der Hund genügend Auslastung bekommt und gute Ruhe lernt. Eng, laut und mit wenig erreichbaren Grünflächen wird es deutlich schwieriger.

Kann man einen Appenzeller Sennenhund gut ableinen?

Mit gut aufgebautem Rückruf oft besser als bei vielen Jagdhunden, aber nie automatisch. Wachsamkeit, Selbstständigkeit und Bewegungsreize sollte man trotzdem immer mitdenken.

Wie lange kann ein Appenzeller Sennenhund allein bleiben?

Mit Training einige Stunden, dauerhaft lange Alleinzeiten passen aber schlecht zu dieser Rasse. Ein Appenzeller lebt am besten mit viel Familienanschluss und einem verlässlichen Tagesablauf.

Ist der Appenzeller Sennenhund ein guter Familienhund mit Kindern?

Ja, häufig schon, wenn Kinder und Erwachsene vernünftig mit ihm umgehen. Ein dauerhaft lauter, chaotischer Alltag ohne klare Regeln passt ihm allerdings meist nicht gut.

Kommt der Appenzeller Sennenhund mit Katzen klar?

Am ehesten, wenn er früh daran gewöhnt wird und klare Regeln gelten. Bei fremden Katzen oder sehr viel Bewegungsreiz draußen kann es trotzdem schwierig werden.

Ist ein Appenzeller Sennenhund als Zweithund geeignet?

Das kann sehr gut klappen, wenn die Hunde charakterlich passen und Begegnungen sauber aufgebaut werden. Ein souveräner Ersthund erleichtert jungen Appenzellern oft vieles im Alltag.

Ist der Appenzeller Sennenhund ein guter Jogging- oder Wanderpartner?

Für Wanderungen sehr oft ja, für Jogging je nach Aufbau, Alter und Gesundheit ebenfalls. Wichtig ist, dass Belastung langsam gesteigert wird und nicht zu früh mit einem jungen Hund begonnen wird.

Kann man einen Appenzeller Sennenhund draußen halten?

Nein, sinnvoll ist das nicht. Er ist zwar wetterfest, braucht aber engen Anschluss an seine Menschen und ist kein Hund, den man einfach auf dem Grundstück parkt.

Appenzeller Sennenhund Alternativen: Diese Hunde passen vielleicht besser

Der Entlebucher Sennenhund ist eine sehr naheliegende Alternative. Er bringt ebenfalls viel Schweizer Arbeitshund, Wachsamkeit und Nähe zur Familie mit, ist aber kleiner und im Alltag oft etwas handlicher unterzubringen. Wer am Appenzeller vor allem die rustikale Art, die Beweglichkeit und den klaren Charakter mag, aber ein kompakteres Format sucht, sollte ihn unbedingt mit in die Auswahl nehmen. Einfach ist auch er nicht, doch Größe, Transport und Wohnalltag fallen vielen Haltern mit ihm etwas leichter.

Der Berner Sennenhund passt eher zu Menschen, die vor allem die Schweizer Optik, Familiennähe und Verlässlichkeit suchen, aber weniger Temperament und weniger Schärfe im Alltag möchten. Er ist meist weicher im Auftreten und für ruhiger geprägte Familien oft leichter lesbar als ein Appenzeller. Der Haken ist klar: Fell, Größe und Gesundheitsseite machen ihn an anderer Stelle aufwendiger. Wer jedoch einen sanfteren Sozialpartner statt eines so wachen und schnellen Hofhundtyps sucht, findet hier oft die passendere Richtung.

Der Labrador Retriever ist dann die bessere Wahl, wenn dich am Appenzeller vor allem Aktivität, Lernfreude und Familienanschluss reizen, nicht aber ausgeprägtes Meldeverhalten, Misstrauen gegenüber Fremden und die Seltenheit der Rasse. Er ist meist leichter seriös zu finden, im öffentlichen Alltag oft geradliniger und für viele Halter einfacher zu lesen. Optisch ist er natürlich ein anderer Typ Hund, im praktischen Alltag aber oft die entspanntere Lösung. Besonders für Menschen, die viel gemeinsam machen möchten, aber einen weniger kantigen Charakter suchen, ist das oft die vernünftigere Wahl.