Bull Terrier
Der Bull Terrier ist ein kräftiger, sehr menschenbezogener Hund mit markantem Kopf, viel Charme und einem spürbaren eigenen Willen. Besonders gut passt er zu Haltern, die klar führen, gern Zeit mit ihrem Hund verbringen und Training nicht nur als Pflicht sehen. Wer Nähe, Bewegung und verlässliche Regeln bieten kann, bekommt mit dem Bull Terrier oft einen auffallend engen, lustigen und treuen Begleiter.
Bull Terrier Portrait: Ein erster Eindruck
Der Bull Terrier ist ein mittelgroßer, kräftig gebauter Hund mit viel Muskulatur, kurzer glatter Behaarung und einem Kopf, den man sofort erkennt. Sein sogenanntes Downface und die kleinen aufrecht getragenen Ohren geben ihm einen sehr eigenen Ausdruck. Trotz der markanten Erscheinung wirkt ein gut gebauter Bull Terrier nicht grob, sondern kompakt, beweglich und erstaunlich flott. Die Rasse stammt aus Großbritannien und gehört zu den bullartigen Terriern. Historisch steckt also Terrierenergie in diesem Hund, auch wenn er heute vor allem als Begleit- und Familienhund gehalten wird.
Im Alltag fällt der Bull Terrier weniger durch dauernde Nervosität auf als durch Präsenz, Kraft und einen eigenen Kopf. Viele sind sehr nah am Menschen, suchen Körperkontakt und wollen nicht einfach nur mitlaufen, sondern richtig dazugehören. Dazu kommt eine verspielte, manchmal fast alberne Seite, die die Rasse für viele so sympathisch macht. Gleichzeitig ist er kein Hund, der sich automatisch unterordnet oder Dinge nur deshalb tut, weil man sie einmal gesagt hat. Genau diese Mischung aus Nähe, Temperament und Eigenständigkeit macht ihn reizvoll, aber eben auch anspruchsvoller als manche leichter führbare Familienrasse.
Für passende Halter kann der Bull Terrier ein sehr angenehmer Alltagsbegleiter sein, weil er im engen Zusammenleben oft erstaunlich zugewandt und menschenfreundlich ist. Mit Kindern kann das gut funktionieren, wenn Erwachsene Regeln setzen und wilde Situationen nicht einfach laufen lassen. Mit anderen Hunden ist vieles möglich, aber längst nicht jeder Bull Terrier ist sozial völlig unkompliziert. Katzen oder Kleintiere sollte man nie gedankenlos einplanen, weil Terrieranteile und Beutereiz im Einzelfall deutlich spürbar sein können. Gesundheitlich ist die Rasse nicht hoffnungslos belastet, aber auch nicht so robust, dass man Herkunft und Gesundheitsvorsorge auf die leichte Schulter nehmen sollte.
Charakter, Temperament und Verhalten des Bull Terrier im Alltag
Im Haus ist der Bull Terrier oft deutlich angenehmer, als Außenstehende erwarten. Viele liegen gern in der Nähe ihrer Menschen, beobachten genau und sind im Alltag sehr präsent, ohne pausenlos laut oder hektisch zu sein. Draußen zeigt sich dann meist mehr von seinem Temperament. Er läuft wach, interessiert und kraftvoll durch die Welt, nimmt Reize schnell wahr und reagiert meist schneller, als unerfahrene Halter denken. Gerade Bewegungsreize, andere Hunde oder aufgeladene Situationen sollte man deshalb nicht unterschätzen.
Typisch ist eine enge Bindung gepaart mit einem klaren eigenen Willen. Ein Bull Terrier ist oft freundlich, aber nicht unterwürfig. Er merkt sich sehr genau, welche Regeln wirklich gelten und wo Menschen unsicher, inkonsequent oder leicht zu beeindrucken sind. Viele reagieren außerdem stärker auf Stimmung und Tonfall, als ihr robustes Äußeres vermuten lässt. Wer dauernd drängt, laut wird oder jeden Tag anders handelt, bekommt selten einen entspannteren Hund, sondern meist einen stureren oder unruhigeren.
Schwierig wird der Bull Terrier oft nicht plötzlich, sondern schleichend. Im Alltag sieht man dann einen Hund, der schlecht abschaltet, vieles kommentiert, Leinenkontakte immer wichtiger nimmt oder Grenzen diskutiert, die eigentlich längst klar sein sollten. Auch dauerndes Hochfahren bei Besuch, auf Spaziergängen oder beim Spiel ist ein frühes Zeichen, dass Führung und Ruheaufbau nicht sauber genug sitzen. Solche Punkte muss man nicht dramatisieren, aber ernst nehmen. Wer sie früh erkennt und nüchtern daran arbeitet, hat mit dieser Rasse meist deutlich weniger Probleme als jemand, der lange nur auf Charme und gute Laune setzt.
Erziehung, Training und sinnvolle Beschäftigung beim Bull Terrier
Beim Bull Terrier funktioniert klare, faire und ruhige Führung deutlich besser als Härte oder endlose Diskussionen. Er braucht Menschen, die etwas meinen, wenn sie es sagen, dabei aber nicht ständig Druck machen. Gute Erziehung mit dieser Rasse heißt vor allem: klare Signale, verlässliche Abläufe und saubere Wiederholung. Der Hund soll wissen, was gilt, statt jede Situation neu aushandeln zu müssen. Genau das gibt ihm im Alltag mehr Ruhe und macht ihn ansprechbarer.
Ein häufiger Fehler ist, junge Bull Terrier zu körperlich und zu wild auszulasten, ohne parallel an Impulskontrolle und Orientierung zu arbeiten. Dann hat der Hund zwar Bewegung gehabt, ist aber geistig immer noch aufgedreht und lernt wenig für den Alltag. Ebenfalls unpraktisch ist ein Erziehungsstil, der zwischen Laufenlassen und strenger Korrektur springt. Der Bull Terrier verzeiht nicht alles mit stoischer Gelassenheit, sondern reagiert auf Widersprüche oft mit Sturheit oder Gegendruck. Auch zu frühe Freiheiten an der Leine, im Freilauf oder in Hundekontakten rächen sich bei dieser Rasse schnell.
Wirklich sinnvoll sind Beschäftigungen, die Bewegung und Zusammenarbeit verbinden. Gute Spaziergänge, Nasenarbeit, Rückruftraining, kontrollierte Zerrspiele mit Regeln, Apportieraufgaben oder alltagstaugiger Grundgehorsam bringen meist mehr als hektisches Ballwerfen oder dauerndes Hochpushen auf der Hundewiese. Viele Bull Terrier arbeiten gern mit, wenn der Rahmen stimmt und die Aufgabe einen Sinn hat. Alltagstraining ist deshalb nicht nur Pflichtprogramm, sondern der eigentliche Schlüssel. Ein Hund, der lernt, sich im echten Leben an seinem Menschen zu orientieren, wird auch in schwierigen Situationen viel leichter.
Bull Terrier: Sozialverhalten mit Kindern, Fremden und anderen Tieren
Mit Kindern kann der Bull Terrier gut zusammenleben, wenn das Familienleben nicht chaotisch ist und Erwachsene die Verantwortung wirklich übernehmen. Die Rasse ist oft menschenfreundlich und körperlich sehr zugewandt, was im Alltag schön sein kann. Gleichzeitig ist ein Bull Terrier kräftig, temperamentvoll und beim Spielen nicht immer fein dosiert. Für kleine Kinder ist deshalb nicht nur Freundlichkeit wichtig, sondern auch sauberes Management. Ein Hund, der im Übermut rempelt, springt oder grob spielt, ist nicht böse, aber trotzdem anstrengend und im falschen Moment auch zu viel.
Fremden gegenüber sind viele Bull Terrier offen, neutral oder freundlich interessiert. Sie sind meist keine klassischen Misstrauenshunde, die jeden Besuch erst lange prüfen. Das ist im Alltag oft angenehm, weil man keinen dauernd kontrollierenden Wachhund im Haus hat. Trotzdem braucht auch ein freundlicher Bull Terrier Regeln bei Tür, Besuch und Begrüßungen. Gerade wenn er sehr menschenbezogen ist, kann er sonst aufgeregt, distanzlos oder körperlich zu stürmisch werden.
Mit anderen Hunden kommt es stark auf Linie, Sozialisation und Führung an. Es gibt Bull Terrier, die mit Artgenossen solide und entspannt umgehen, und andere, die deutlich mehr Management brauchen. Vor allem bei engem Raum, Leine, Spielzeug oder aufgeladenen Begegnungen sollte man nicht naiv sein. Katzen können funktionieren, wenn der Hund früh daran gewöhnt wird und der Haushalt ruhig aufgebaut ist, aber eine Selbstverständlichkeit ist das nicht. Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder frei laufende Katzen passen häufig schlechter zum Bull Terrier als viele Erstinteressenten annehmen.
Haltung: Wohnung, Haus mit Garten, Stadt oder Land?
Ein Bull Terrier braucht nicht automatisch ein großes Haus, aber auch keine beschönigte Wohnungshaltung mit drei kurzen Gassirunden. In einer Wohnung kann die Rasse gut leben, wenn der Tagesablauf klar ist, draußen verlässlich etwas passiert und drinnen Ruhe gelernt wird. Eine größere, ruhig geschnittene Wohnung mit guten Spazierwegen in der Nähe passt meist besser als eine enge, laute Stadtwohnung mit ständigem Treppenhausverkehr. Wichtig ist nicht nur die Quadratmeterzahl, sondern auch, wie eng, unruhig und reizvoll der Alltag dort ist. Wer viel im Homeoffice ist und dem Hund Struktur geben kann, ist klar im Vorteil.
Ein Haus mit sicher eingezäuntem Garten ist praktisch, ersetzt aber keine Führung und keine Beschäftigung. Der Bull Terrier wird nicht automatisch ausgeglichener, nur weil er mal schnell raus kann. Ohne Anleitung nutzen manche Hunde den Garten eher zum Hochfahren, Beobachten oder Zaunlaufen als zum entspannten Dösen. Bei Treppen sollte man daran denken, dass der Hund kräftig und kompakt ist. In einer Altbauwohnung ohne Aufzug kann das mit zunehmendem Alter oder bei gesundheitlichen Themen deutlich unpraktischer werden.
Stadt und Land sind beide möglich, stellen aber unterschiedliche Anforderungen. In der Stadt braucht der Bull Terrier gute Leinenführigkeit, Reizkontrolle und Gelassenheit bei engem Kontakt mit Menschen und Hunden. Auf dem Land ist meist mehr Platz und Ruhe vorhanden, dafür oft auch mehr Wildreize, Zäune, Hofsituationen oder unkontrollierte Hundebegegnungen. Die bessere Umgebung ist deshalb nicht pauschal die ländliche. Gut passt die Wohnsituation dort, wo der Hund täglich berechenbar geführt wird, nicht lange allein bleiben muss und seine Halter genügend Zeit für echte Begleitung haben.
Fell, Pflege und körperliche Routine beim Bull Terrier
Das Fell des Bull Terrier ist kurz, glatt und auf den ersten Blick angenehm unkompliziert. Im Alltag heißt das aber nicht, dass man gar nichts davon merkt. Die Rasse haart spürbar, nur eben mit kurzen harten Haaren, die sich leicht in Kleidung, Decken und Polster setzen. Schmutz hält sich meist in Grenzen, weil das Fell wenig aufträgt und schnell trocknet. Für Menschen, die kaum Fell im Haus wollen, ist der Bull Terrier trotzdem nicht die beste Wahl.
Die Pflege selbst ist überschaubar, wenn man sie regelmäßig macht. Einmal pro Woche gründlich bürsten reicht oft schon, in Fellwechselphasen gern etwas öfter. Dazu kommen Pfotenkontrolle nach Spaziergängen, saubere Krallen, ein Blick in die Ohren und gelegentliches Abwischen von Bauch und Beinen. Einen Hundefriseur braucht ein gesunder Bull Terrier normalerweise nicht. Gerade deshalb sollte man die kleinen Dinge nicht schleifen lassen, denn kurze Pflegeintervalle sind hier sinnvoller als seltene Großeinsätze.
Im Alltag wichtiger als glamouröse Fellpflege ist die körperliche Routine. Der Bull Terrier profitiert von früher Gewöhnung an Pfoten anfassen, Ohren anschauen, Zähne kontrollieren und ruhig stillhalten. Das macht Tierarztbesuche und Pflege später deutlich leichter. Wegen des kurzen Fells sind viele Hunde außerdem kälteempfindlicher, als man bei einem so muskulösen Hund denkt. Nässe, kalter Wind und langes Herumstehen in der Kälte bekommen nicht jedem Bull Terrier gut, vor allem hellhäutige oder sehr kurz behaarte Tiere reagieren dabei oft empfindlicher.
Bull Terrier: Gesundheit, Lebenserwartung und typische Risiken
Insgesamt ist der Bull Terrier gesundheitlich weder ein Totalausfall noch eine Rasse, die man sorglos kaufen sollte. Viele Hunde erreichen ein ordentliches Alter und können lange fit bleiben, wenn Herkunft, Gewicht, Bewegung und tierärztliche Betreuung stimmen. Als realistische Spanne sind meist etwa zehn bis dreizehn Jahre zu erwarten. Entscheidend ist dabei weniger romantische Rassebegeisterung als nüchterne Zuchtqualität. Genau dort trennt sich bei dieser Rasse sehr viel.
Zu den Punkten, auf die man wirklich achten sollte, gehören vor allem Hörvermögen, Nieren, Herz, Haut und in manchen Linien auch die Kniescheiben. Gerade bei weißen Bull Terriern ist angeborene Taubheit ein wichtiges Thema. Dazu kommen Hautprobleme oder Allergien, die sich im Alltag oft über Juckreiz, gerötete Haut, häufiges Lecken an Pfoten oder wiederkehrende Ohrenprobleme zeigen. Bei Herz- oder Nierenthemen sieht man anfangs manchmal wenig, später dann eher Leistungsschwäche, Gewichtsverlust, vermehrtes Trinken oder auffällige Blut- und Urinwerte. Solche Dinge sollte man nicht erst prüfen, wenn bereits Symptome da sind.
Beim Kauf zählt deshalb nicht nur, ob die Elterntiere hübsch aussehen oder freundlich wirken. Wichtiger ist, ob nachvollziehbar auf Hören, Herz, Nieren und Kniescheiben geachtet wurde und ob der Züchter offen über bekannte Baustellen in der Linie spricht. Gute Zucht heißt bei einem Bull Terrier nicht nur korrekter Kopf und kräftiger Körper, sondern auch Ehrlichkeit über Risiken. Wer hier spart, schönredet oder nur auf seltene Farben und markante Optik schaut, kauft schnell teuer ein. Bei dieser Rasse lohnt es sich besonders, lieber länger zu suchen als früh den falschen Welpen mitzunehmen.
Laufende Kosten und finanzielle Realität
Der Bull Terrier ist finanziell meist kein günstiger Hund. Er frisst als kräftiger Mittelhund mehr als kleine Begleitrassen, braucht vernünftige Ausrüstung und ist in der Anschaffung selten ein Schnäppchen. Dazu kommt, dass man bei dieser Rasse mit Training und guter Sozialisierung nicht sparen sollte. Wer den Hund nur irgendwie durch den Alltag bringen will, zahlt später oft doppelt. Unterm Strich liegt der Bull Terrier deshalb eher im oberen Mittelfeld bis klar im teureren Bereich.
Die laufenden Kosten entstehen nicht nur durch Futter und Standardtermine beim Tierarzt. Bei vielen Haltern kommen gute Hundeschule, Einzeltraining in schwierigen Phasen, sichere Leinen- und Geschirrlösungen, Beschäftigungsmaterial und im Urlaub passende Betreuung dazu. Auch Versicherungen können je nach Wohnort, Anbieter und Einstufung spürbar ins Gewicht fallen. Genau das wird bei dieser Rasse oft unterschätzt, weil das Fell pflegeleicht ist und der Hund auf den ersten Blick nicht nach Luxusfall aussieht. Der Alltag ist aber weniger durch Schönheitspflege teuer als durch Management, Training und Vorsorge.
Wirklich wichtig sind finanzielle Rücklagen. Hautprobleme, Abklärungen bei Herz oder Nieren, weiterführende Diagnostik oder längere Trainingsphasen sind keine exotischen Ausnahmen, die nie passieren. Hinzu kommt, dass der Bull Terrier in Teilen des DACH-Raums rechtlich sensibler behandelt wird als viele andere Rassen, was Haltung und Absicherung komplizierter machen kann. Wer knapp kalkuliert und hofft, dass schon alles irgendwie günstig bleibt, geht bei dieser Rasse ein unnötiges Risiko ein. Sinnvoll ist der Bull Terrier für Menschen, die ihn nicht nur emotional, sondern auch organisatorisch und finanziell sauber tragen können.
Bull Terrier kaufen: Anschaffung, Verfügbarkeit und seriöse Anbieter
Der Bull Terrier ist in DACH kein Massenhund, aber auch nicht so selten, dass man ihn nur mit Glück findet. Gute Würfe sind überschaubar, und bei seriösen Züchtern muss man oft warten, Gespräche führen und sich wirklich bewerben statt einfach nur schnell reservieren. Genau das ist eher ein gutes Zeichen. Wer heute auf morgen einen Bull Terrier versprochen bekommt, hat meistens nicht den besten Anbieter vor sich. Sinnvoll ist es, gezielt nach Züchtern zu suchen, die ihre Hunde im Alltag kennen, Gesundheit ernst nehmen und nicht vor allem mit Optik, Seltenheit oder besonderen Farben verkaufen.
Ein seriöser Anbieter zeigt dir die Mutterhündin, spricht offen über Wesen und Baustellen der Linie, legt Gesundheitsnachweise verständlich vor und interessiert sich auch für dein Leben. Red Flags sind Welpen ohne saubere Nachweise, ausweichende Antworten bei Hören, Herz, Nieren oder Kniescheiben, Übergabe auf Parkplätzen, reines Verkaufsgerede und Druck zur schnellen Entscheidung. Besonders wichtig ist beim Bull Terrier außerdem der rechtliche Blick vor dem Kauf. Je nach Wohnort in Deutschland, Österreich oder der Schweiz können Auflagen oder Einschränkungen gelten, und gerade bei einem Kauf aus dem Ausland können zusätzliche Probleme entstehen. Wer die Rasse anschafft, sollte deshalb nicht nur den Hund prüfen, sondern auch die Rechtslage am eigenen Wohnort vorab sauber abklären.
Passt Bull Terrier wirklich zu mir?
Der Bull Terrier passt gut zu Menschen, die gern eng mit ihrem Hund leben und Führung nicht mit Lautstärke verwechseln. Wer Freude an Training, klaren Regeln und täglicher gemeinsamer Zeit hat, kann mit dieser Rasse sehr glücklich werden. Besonders stimmig ist er für Halter, die einen körperlich robusten, auffälligen und menschenbezogenen Hund suchen, der Charakter hat und nicht bloß nett nebenherläuft. Auch aktive Paare oder Familien mit etwas Hundeerfahrung können gut passen, wenn sie den Hund nicht nur mögen, sondern wirklich führen. Der Bull Terrier will ernst genommen werden, nicht nur geliebt.
Weniger gut passt die Rasse zu Menschen, die einen reibungslosen Anfängerhund suchen oder Hundekontakte gern einfach laufen lassen. Auch für Haushalte mit wenig Zeit, langen täglichen Abwesenheiten oder vielen kleinen Tieren ist der Bull Terrier oft keine kluge Wahl. Wer Konflikten aus dem Weg geht, Regeln ungern durchsetzt oder sich leicht von einem charmanten Hund um den Finger wickeln lässt, macht sich den Alltag schwer. Das heißt nicht, dass der Bull Terrier dauernd problematisch wäre. Es heißt nur, dass man mit Freundlichkeit allein bei dieser Rasse oft nicht weit genug kommt.
Eine häufige Fehleinschätzung ist, den Bull Terrier nur über sein Aussehen einzuordnen. Manche halten ihn für gefährlicher, als er im guten Zuhause ist, andere für harmloser, als er in unklarer Führung werden kann. Beides führt in die falsche Richtung. Der Bull Terrier ist weder ein Monster noch ein unkomplizierter Spaßhund für jede Lebenslage. Für die richtigen Menschen ist er aber ein sehr besonderer, treuer und oft erstaunlich liebevoller Begleiter, der viel Persönlichkeit mitbringt und das Zusammenleben intensiv macht.
Bull Terrier FAQ:
Ist ein Bull Terrier für Anfänger geeignet?
Für absolute Anfänger ist der Bull Terrier meist nicht die beste Wahl. Er lernt viel, prüft aber auch Regeln und braucht Menschen, die klar, ruhig und konsequent führen.
Wie viel Platz braucht ein Bull Terrier in der Wohnung wirklich?
Nicht nur die Größe zählt, sondern Ruhe, Schnitt, Alltag und Auslastung. Eine gut organisierte, ruhige Wohnung mit guten Gassistrecken passt oft besser als viel Platz ohne Struktur.
Kann man einen Bull Terrier gut ableinen?
Das hängt stark vom einzelnen Hund und vom Training ab. Ein sicherer Rückruf ist möglich, aber kein Punkt, den man bei dieser Rasse leichtsinnig behandeln sollte.
Bleibt ein Bull Terrier problemlos alleine?
Problemlos meist nicht. Viele können ein paar Stunden lernen, aber lange tägliche Abwesenheit passt oft schlecht, weil die Rasse stark auf Nähe und Beschäftigung angewiesen ist.
Versteht sich ein Bull Terrier mit Katzen?
Das kann funktionieren, wenn der Hund früh und ruhig daran gewöhnt wird. Bei erwachsenen Hunden ohne Katzenerfahrung oder bei starkem Beutereiz ist Vorsicht deutlich sinnvoller als Hoffnung.
Ist der Bull Terrier aggressiv?
Pauschal nein. Ein gut geführter, sauber sozialisierter Bull Terrier ist Menschen gegenüber oft freundlich, braucht aber wegen Kraft, Temperament und möglicher Hundethemen klare Führung.
Ist der Bull Terrier ein guter Familienhund mit Kindern?
Ja, für passende Familien kann er das sein. Wichtig sind ruhige Erwachsene, klare Regeln und die Einsicht, dass Freundlichkeit allein bei einem kräftigen, verspielten Hund nicht reicht.
Wie viel Training braucht ein Bull Terrier wirklich?
Mehr, als viele zuerst denken. Es geht nicht nur um Sitz und Platz, sondern um Leinenführigkeit, Reizkontrolle, Rückruf, Frusttoleranz und gutes Benehmen im echten Alltag.
Ist ein Bull Terrier als Zweithund geeignet?
Das kann gut klappen, wenn der erste Hund sozial sicher ist und die Zusammenführung sauber gemacht wird. Einfach irgendeinen zweiten Hund dazuzusetzen, weil der Bull Terrier doch so menschenfreundlich ist, ist keine gute Idee.
Worauf muss ich beim Kauf in DACH rechtlich achten?
Vor allem auf die Regeln an deinem Wohnort und auf grenzüberschreitende Besonderheiten. Beim Bull Terrier sollte die Rechtsfrage immer vor der Reservierung geklärt sein, nicht erst nach dem Kauf.
Bull Terrier Alternativen: Diese Hunde passen vielleicht besser
Der Boxer ist eine starke Alternative für Menschen, die am Bull Terrier die clownige, menschennahe und sportliche Seite mögen, aber im Alltag einen meist etwas berechenbareren und kooperativeren Hund möchten. Auch Boxer haben Temperament und Kraft, wirken in Training und Familienalltag aber oft lesbarer. Für Halter, die einen auffälligen, fröhlichen und engen Begleiter suchen, ohne ganz so viel Terrier-Eigensinn zu wollen, ist der Boxer oft die stimmigere Wahl.
Der Continental Bulldog passt gut zu Menschen, die vor allem den kompakten bulligen Typ, die enge Bindung und die ruhige Präsenz mögen, sich aber mit weniger terrierhafter Eigenwilligkeit wohler fühlen. Viele dieser Hunde sind im Alltag etwas gelassener und körperlich weniger hektisch als ein Bull Terrier. Für Familien oder Paare, die einen kräftigen Begleithund mit naher Bindung suchen und dabei mehr Ruhe im Haus schätzen, kann das die passendere Richtung sein.
Der Labrador Retriever ist dann die bessere Alternative, wenn dich am Bull Terrier vor allem die Nähe zum Menschen, die Aktivität und die Alltagstauglichkeit reizen, nicht aber sein spezieller Kopf und sein terriertypischer Stil. Labradore sind meist leichter seriös zu finden, sozial oft berechenbarer und für viele Haushalte einfacher einzuordnen. Wer also keinen besonderen Reiz am Bull-Terrier-Charakter selbst hat, sondern eigentlich einen gut führbaren, engen und aktiven Familienhund sucht, fährt mit dem Labrador oft entspannter.
