Havaneser
Der Havaneser ist ein kleiner, fröhlicher Begleithund mit langem Fell, enger Menschenbindung und erstaunlich viel Alltagstalent. Besonders gut passt er zu Menschen, die einen freundlichen Familienhund suchen, viel NĂ€he mögen und regelmĂ€Ăige Pflege nicht lĂ€stig finden. Wer einen handlichen, lernfreudigen und anpassungsfĂ€higen Hund möchte, findet im Havaneser oft eine sehr stimmige Wahl.
Havaneser Portrait: Ein erster Eindruck
Der Havaneser ist ein kleiner, kompakter Hund mit langem, weichem Fell und einem wachen, offenen Ausdruck. Er wirkt nicht zerbrechlich, sondern eher handlich und stabil gebaut. Typisch ist sein lebhafter Gang und die fröhliche Ausstrahlung, die viele Menschen sofort anspricht. Trotz seiner geringen GröĂe ist er kein reiner Dekohund, sondern ein echter Begleiter fĂŒr den Alltag. Er möchte dabei sein, mitlaufen, schauen, lernen und nah an seinen Menschen leben.
Seinen Ursprung hat der Havaneser in Kuba, auch wenn seine Vorfahren aus dem Mittelmeerraum stammen. Heute gehört er zu den kleinen Gesellschafts- und Begleithunden, die vor allem wegen ihres freundlichen Wesens und ihrer guten AnpassungsfĂ€higkeit geschĂ€tzt werden. In Familien, bei Paaren, bei Einzelpersonen und auch bei Ă€lteren aktiven Haltern kann er gut funktionieren. Er ist aufmerksam, aber meist nicht scharf, anhĂ€nglich, aber nicht schwerfĂ€llig. Gerade diese Mischung macht ihn fĂŒr viele Haushalte attraktiv.
Im Alltag fĂ€llt schnell auf, wie stark der Havaneser auf seine Bezugspersonen schaut. Er ist gern mittendrin und fĂŒhlt sich am wohlsten, wenn er nicht nur versorgt, sondern wirklich einbezogen wird. Mit Kindern, anderen Hunden und oft auch mit Katzen kommt er meist gut zurecht, wenn Sozialisierung und Umgang passen. Sein Jagdtrieb ist in der Regel gering, sein Pflegeaufwand dagegen klar höher, als seine kleine GröĂe vermuten lĂ€sst. Genau darin steckt auch die erste ehrliche Einordnung: Der Havaneser ist leicht zu mögen, aber nicht ganz so unkompliziert, wie er auf den ersten Blick aussieht.
Charakter, Temperament und Verhalten des Havanesers im Alltag
Im Haus ist der Havaneser oft aufmerksam, menschenbezogen und erstaunlich prĂ€sent. Viele laufen ihren Leuten gern hinterher, beobachten genau und merken schnell, welche AblĂ€ufe tĂ€glich gleich sind. Er sucht NĂ€he, ohne stĂ€ndig grob aufdringlich zu sein, und passt sich meist gut an den Rhythmus seiner Menschen an. DrauĂen zeigt er sich neugierig, freundlich und bewegungsfreudig, ohne dauerhaft auf Höchstspannung zu laufen. Das macht ihn zu einem Hund, der sich gut in normale Alltage einfĂŒgen kann, wenn er genug Ansprache bekommt.
Sein Wesen ist meist weich, aber nicht schwach. Der Havaneser reagiert oft deutlich auf Tonfall, Stimmung und Konsequenz im Umgang. Harte Behandlung, stÀndiges Schimpfen oder hektische Wechsel zwischen Erlaubnis und Verbot verunsichern ihn schnell. Klare Regeln, ruhige Ansprache und verlÀssliche AblÀufe funktionieren meist deutlich besser. Gerade weil er klug ist und nah am Menschen lebt, lernt er gute wie schlechte Gewohnheiten sehr schnell.
FrĂŒhe Warnzeichen fĂŒr einen unpassenden Alltag sollte man ernst nehmen. Wenn ein junger Havaneser schon frĂŒh massiv an Menschen klebt, bei jedem GerĂ€usch anschlĂ€gt, gar nicht zur Ruhe kommt oder Alleinbleiben sofort in Stress kippt, braucht er nicht weniger, sondern bessere FĂŒhrung. Auch wer einen sehr selbststĂ€ndigen Hund erwartet, wird oft enttĂ€uscht sein. Der Havaneser ist eher ein Mitbewohner mit engem Anschluss als ein Hund, der einfach so nebenher lĂ€uft. Wer das mag, bekommt meist einen sehr charmanten GefĂ€hrten, wer Distanz bevorzugt, eher nicht.
Erziehung, Training und sinnvolle BeschÀftigung beim Havaneser
Der Havaneser lĂ€sst sich meist gut erziehen, wenn man ihn ernst nimmt und nicht verniedlicht. Gerade kleine Hunde werden oft inkonsequent behandelt, weil Fehler zunĂ€chst harmlos wirken. Beim Havaneser rĂ€cht sich das schnell in Form von Dauerbellen, Anspringen, Klammern oder kleinen Alltagsdramen bei Besuch, Leine und Alleinbleiben. Gute Erziehung beginnt deshalb nicht erst auf dem Hundeplatz, sondern in der Wohnung, im Hausflur, an der HaustĂŒr und bei ganz normalen ĂbergĂ€ngen im Tagesablauf. Je klarer diese Dinge von Anfang an sind, desto angenehmer lebt sich der Hund spĂ€ter.
Am besten funktioniert eine freundliche, ruhige und konsequente Linie. Druck, LautstÀrke oder grober Zwang passen schlecht zu dieser Rasse und machen sie oft eher nervös oder stur. Ein hÀufiger Fehler ist auch, den Hund nur mit Tricks und niedlichen BeschÀftigungen auszulasten, aber Alltagssicherheit zu vernachlÀssigen. Sitz, Platz und Pfote sind nett, wichtiger sind aber Orientierung an der Leine, Warten können, Besuch aushalten, Frust aushalten und Ruhe lernen. Gerade diese unspektakulÀren Dinge machen aus einem netten kleinen Hund einen wirklich angenehmen Begleiter.
Sinnvolle BeschĂ€ftigung darf beim Havaneser abwechslungsreich, aber nicht permanent aufdrehend sein. Kleine Suchspiele, Nasenarbeit im Alltag, Tricktraining, sauberes RĂŒckruftraining und ruhige Spielphasen passen meist gut. Auch kurze Lerneinheiten ĂŒber den Tag verteilt liegen ihm oft mehr als lange, monotone Ăbungen. Weniger sinnvoll ist alles, was ihn dauerhaft hochfĂ€hrt und nur noch auf Reiz und Action setzt. Der Havaneser ist kein Hund, den man stĂ€ndig pushen muss, sondern einer, der mit kluger, regelmĂ€Ăiger BeschĂ€ftigung am besten lĂ€uft.
Havaneser: Sozialverhalten mit Kindern, Fremden und anderen Tieren
Mit Kindern kann der Havaneser sehr gut passen, wenn die Erwartungen auf beiden Seiten stimmen. Er ist oft verspielt, freundlich und gern dabei, aber eben klein und kein Hund fĂŒr grobes Anfassen oder stĂ€ndiges Herumtragen. Ruhige, halbwegs verstĂ€ndige Kinder passen meist sehr gut zu ihm. In Familien mit viel Trubel funktioniert er oft dann gut, wenn er RĂŒckzugsorte hat und nicht dauernd mitten im LĂ€rm sein muss. FĂŒr Kleinkinder gilt wie immer: NĂ€he nur unter Aufsicht, auch beim freundlichsten Hund.
Fremden gegenĂŒber zeigen sich viele Havaneser offen bis freundlich interessiert, manche auch erst einmal zurĂŒckhaltend. Ein echter Misstrauenshund ist er meist nicht, aber aufmerksam genug, um Besuch oder GerĂ€usche zu kommentieren. Genau hier entscheidet die Erziehung viel. Wird jedes Anschlagen unbewusst belohnt, kann aus Aufmerksamkeit schnell lĂ€stiges KlĂ€ffen werden. Wird Besuch dagegen von Anfang an ruhig und klar begleitet, sind viele Havaneser angenehm sozial und gut lenkbar.
Mit anderen Hunden ist der Havaneser oft vertrĂ€glich, vor allem wenn er frĂŒh gute Erfahrungen sammelt. Auch mit Katzen klappt das in vielen Haushalten erstaunlich gut, weil der Jagdtrieb meist ĂŒberschaubar ist und die Rasse eher auf Sozialkontakt als auf Hetzen ausgerichtet ist. Kleintiere sollte man trotzdem nicht einfach als selbstverstĂ€ndlich sicher einstufen. Ein neugieriger kleiner Hund kann Kaninchen oder Meerschweinchen durchaus stressen, auch ohne echte Jagdabsicht. Gute Gewöhnung, Management und vernĂŒnftige Grenzen bleiben deshalb wichtig.
Haltung: Wohnung, Haus mit Garten, Stadt oder Land?
Der Havaneser kann sehr gut in einer Wohnung leben, auch in einer kleineren, wenn der Alltag dazu passt. Entscheidend sind weniger Quadratmeter als Ruhe, Tagesstruktur, Spaziermöglichkeiten und die Frage, wie lange der Hund regelmĂ€Ăig allein wĂ€re. Eine ruhige Wohnung mit verlĂ€sslichen AblĂ€ufen und guten Runden vor der TĂŒr passt oft besser als ein groĂes Haus, in dem der Hund tĂ€glich viele Stunden ohne Ansprache bleibt. Ein Garten ist angenehm, ersetzt aber weder SpaziergĂ€nge noch gemeinsame Zeit. Der Havaneser möchte mit seinen Menschen leben, nicht nur irgendwo wohnen.
In der Stadt kann er gut funktionieren, weil er klein, handlich und meist anpassungsfĂ€hig ist. Wichtig ist, dass GerĂ€usche, Begegnungen, Aufzug, Treppenhaus und StraĂenleben sauber aufgebaut werden. In einer engen, hellhörigen Altbauwohnung mit vielen Treppen, langen Arbeitstagen und empfindlichen Nachbarn wird es schneller schwierig als in einer etwas gröĂeren, ruhigen Wohnung mit klarer Tagesstruktur. FĂŒr Welpen und Ă€ltere Hunde sind viele Stockwerke ohne Aufzug auf Dauer unpraktisch, auch wenn der Hund klein ist. Auf dem Land profitiert er eher von Ruhe und Platz, braucht aber genauso Erziehung und Gewöhnung an Umweltreize.
Besonders gut passt der Havaneser oft in Haushalte, in denen tagsĂŒber regelmĂ€Ăig jemand da ist oder der Hund sinnvoll mitlaufen kann. Homeoffice, flexible Arbeitszeiten oder ein Alltag mit viel gemeinsamer Zeit kommen ihm entgegen. Weniger gut passt er zu Menschen, die morgens gehen, spĂ€t zurĂŒckkommen und dazwischen einen Hund wollen, der einfach schlĂ€ft und wartet. Auch reine Gartenhaltung scheidet aus. Der Havaneser ist ein Begleithund, und genau so sollte man seine Haltung planen.
Fell, Pflege und körperliche Routine beim Havaneser
Das Fell ist eines der schönsten, aber auch eines der anspruchsvolleren Merkmale des Havanesers. Es ist lang, weich und kann glatt bis wellig fallen, mit wenig oder kaum ausgeprĂ€gter Unterwolle. Das fĂŒhrt oft dazu, dass er vergleichsweise wenig haart, aber schnell verfilzt, wenn die Pflege schlampig wird. Hinter den Ohren, in den Achseln, an Brust, Bauch und Hosen entstehen Knoten oft schneller, als viele Ersthalter denken. Wer das Fell lang tragen möchte, braucht dafĂŒr eine feste Routine und nicht nur gute Absichten.
Im Alltag bringen NĂ€sse, StraĂendreck, Kletten und feiner Staub deutlich mehr Arbeit mit sich, als man bei einem kleinen Hund erwarten wĂŒrde. Nach SpaziergĂ€ngen muss man nicht jedes Mal einen Komplettservice machen, aber Pfoten, Bauch und problematische Fellstellen sollte man im Blick haben. RegelmĂ€Ăiges BĂŒrsten und KĂ€mmen ist Pflicht, nicht KĂŒr. Viele Halter fahren mit einer klaren Linie am besten: entweder konsequent gepflegtes Langhaar oder ein alltagstauglicher, kĂŒrzer gehaltener Schnitt. Beides ist in Ordnung, solange das Fell nicht einfach sich selbst ĂŒberlassen wird.
Zur Pflege gehören mehr als Haare. Ohren sollten kontrolliert werden, weil in dicht behaarten Bereichen Feuchtigkeit und Schmutz leichter hĂ€ngen bleiben. Pfoten profitieren von sauber gehaltenen ZwischenrĂ€umen, besonders bei Matsch, Schnee und Splitt. Krallen nutzen sich bei kleinen Hunden nicht immer zuverlĂ€ssig ab und mĂŒssen regelmĂ€Ăig geprĂŒft werden. Wer diese Dinge frĂŒh ruhig ĂŒbt, spart sich spĂ€ter viel Theater, denn der Havaneser lernt Pflegeroutinen meist gut, wenn sie selbstverstĂ€ndlich zum Alltag gehören.
Havaneser: Gesundheit, Lebenserwartung und typische Risiken
Insgesamt gilt der Havaneser als eher robuste kleine Rasse mit guter Lebenserwartung. Viele werden deutlich Ă€lter als mittelgroĂe oder groĂe Hunde und bleiben lange aktiv. Das heiĂt aber nicht, dass man Gesundheitsfragen locker sehen sollte. Gerade bei kleinen Begleithunden hĂ€ngt sehr viel an seriöser Zucht, vernĂŒnftiger Auswahl der Elterntiere und ehrlicher Offenheit des ZĂŒchters. Ein gesunder Eindruck im Wohnzimmer ersetzt keine saubere Gesundheitsvorsorge im Hintergrund.
Typische Punkte, auf die man beim Havaneser achten sollte, sind vor allem Patellaprobleme, also eine lockere oder springende Kniescheibe, auĂerdem Augenerkrankungen und je nach Linie auch Herzthemen. Auch HĂŒften werden in seriöser Zucht nicht einfach ignoriert, selbst wenn schwere Probleme hier nicht das erste Thema der Rasse sind. Wichtig ist, diese Liste weder kleinzureden noch zu dramatisieren. Der Havaneser ist kein Dauerpatient per Definition, aber eben auch kein Hund, bei dem Abstammung egal wĂ€re. Wer billig kauft oder sich von niedlichen Bildern blenden lĂ€sst, erhöht das Risiko unnötig.
FrĂŒhe Warnzeichen sollte man ernst nehmen. Dazu gehören ein hĂŒpfender Gang an den HinterlĂ€ufen, plötzliches Meiden von SprĂŒngen, auffĂ€lliges Blinzeln, Unsicherheit im DĂ€mmerlicht, ungewöhnliche MĂŒdigkeit oder wiederkehrende Beschwerden an Augen und Gelenken. Bei einem Welpen oder Junghund sind solche Dinge nie etwas, das man einfach aussitzt. FĂŒr die Lebenserwartung, Belastbarkeit und spĂ€tere Tierarztkosten macht die Herkunft einen groĂen Unterschied. Ein gut gezĂŒchteter, ordentlich gehaltener Havaneser hat oft beste Chancen auf viele stabile Jahre.
Laufende Kosten und finanzielle RealitÀt
Der Havaneser ist kein besonders teurer Hund im Verbrauch, aber auch kein Billighund. Er frisst wegen seiner GröĂe vergleichsweise wenig, braucht keine riesige AusrĂŒstung und verursacht im Alltag deutlich geringere Futterkosten als groĂe Rassen. Gleichzeitig liegt die Anschaffung aus seriöser Zucht meist ĂŒber dem, was viele bei einem kleinen Begleithund spontan erwarten. Dazu kommt das Fell, das entweder Zeit oder Geld kostet, oft beides. Finanziell liegt der Havaneser deshalb insgesamt eher im durchschnittlichen Bereich, mit leichter Tendenz nach oben, wenn man Pflege und Vorsorge sauber macht.
UnterschĂ€tzt werden vor allem die wiederkehrenden Kleinigkeiten. Gute Fellpflegewerkzeuge, regelmĂ€Ăige Pflegeprodukte, Zahnkontrollen, RĂŒcklagen fĂŒr Augen- oder Gelenkprobleme und im Zweifel professionelle UnterstĂŒtzung beim Hundefriseur summieren sich. Auch Betreuung auf Reisen oder in Krankheitsphasen sollte man mitdenken, denn nicht jeder kleine Hund wird automatisch ĂŒberall unkompliziert mitgenommen. Wer nur auf Futter und Impfung schaut, rechnet zu knapp. Beim Havaneser liegen die Extras weniger in Masse, sondern in RegelmĂ€Ăigkeit.
RĂŒcklagen sind gerade bei kleinen Rassen sinnvoll, auch wenn sie insgesamt oft robuster wirken als ihr Format vermuten lĂ€sst. Ein Knieproblem, eine Augenbehandlung oder eine unerwartete Zahnsanierung sind schnell teurer als viele Halter denken. Gleichzeitig ist der Havaneser im Vergleich zu groĂen, stark arbeitenden oder gesundheitlich klar problematischen Rassen keine finanzielle Extrembaustelle. Wer solide plant, fĂ€hrt mit dieser Rasse gut. Wer einen kleinen Hund automatisch mit sehr niedrigen Gesamtkosten gleichsetzt, eher nicht.
Havaneser kaufen: Anschaffung, VerfĂŒgbarkeit und seriöse Anbieter
Der Havaneser ist im deutschsprachigen Raum gut verfĂŒgbar, ohne eine Massenrasse im billigsten Segment zu sein. Das ist grundsĂ€tzlich angenehm, weil man nicht jahrelang warten muss, erhöht aber auch das Risiko, auf schnelle Vermehrung und hĂŒbsch verpackte Durchschnittsware hereinzufallen. Ein seriöser ZĂŒchter zeigt die MutterhĂŒndin, erklĂ€rt offen StĂ€rken und SchwĂ€chen seiner Linie, legt Gesundheitsuntersuchungen nachvollziehbar vor und gibt Welpen nicht zu frĂŒh ab. Die Aufzucht sollte im engen Familienkontakt stattfinden und nicht wie eine reine Abgabestation wirken. Wartelisten, Fragen an die KĂ€ufer und ein bisschen Auswahlprozess sind hier eher ein gutes als ein schlechtes Zeichen.
Misstrauisch sollte man werden, wenn stĂ€ndig sofort Welpen in vielen Farben verfĂŒgbar sind, Besuche ungern gesehen werden, Ăbergaben auf ParkplĂ€tzen stattfinden oder fast nur mit Niedlichkeit verkauft wird. Auch Aussagen wie komplett allergikergeeignet, immer still, immer kinderleicht oder völlig pflegefrei sind klare Warnsignale. Beim Havaneser lohnt es sich, lieber etwas lĂ€nger zu suchen und dafĂŒr sauber zu kaufen. Alternativ kann auch ein erwachsener Hund aus seriöser Abgabe oder dem Tierschutz eine gute Lösung sein, wenn Charakter, Pflegezustand und Gesundheitslage ehrlich eingeschĂ€tzt werden. Gerade bei dieser Rasse ist ein netter Eindruck schnell da, entscheidend ist aber, was dauerhaft dahintersteht.
Passt Havaneser wirklich zu mir?
Der Havaneser passt gut zu Menschen, die einen kleinen, fröhlichen und engen Begleiter suchen. Er ist oft eine sehr gute Wahl fĂŒr Familien, Paare, Einzelpersonen, Ă€ltere aktive Halter und viele AnfĂ€nger, solange Zeit, NĂ€he und Pflegebereitschaft vorhanden sind. Wer gern einen Hund bei sich hat, ihm etwas beibringt und an normalen Alltagsmomenten Freude hat, trifft mit ihm oft eine gute Wahl. Er muss nicht rund um die Uhr bespaĂt werden, will aber sichtbar Teil des Lebens sein. Genau darin liegt seine gröĂte StĂ€rke.
Weniger gut passt der Havaneser zu Menschen, die einen möglichst unabhĂ€ngigen Hund möchten oder werktags viele Stunden auĂer Haus sind. Auch wer Fellpflege hasst, keinen Sinn fĂŒr kleine Routinen hat oder sich einen Hund wĂŒnscht, der allein wegen seiner GröĂe automatisch unkompliziert ist, liegt schnell daneben. Ein Havaneser ist leicht tragbar, aber nicht pflegefrei, leicht zu mögen, aber nicht einfach nur Deko. Gerade die enge Bindung, die ihn so sympathisch macht, kann im falschen Alltag zum Problem werden. Darauf sollte man vor dem Kauf ehrlich schauen.
Eine typische FehleinschĂ€tzung ist, dass ein kleiner Hund immer weniger Erziehung braucht. Beim Havaneser stimmt das nicht. Er braucht keine harte Hand und keine sportlichen Extremprogramme, aber sehr wohl klare Regeln, sauberes Alleinbleibtraining und verlĂ€ssliche Pflege. Wenn man ihm das gibt, bekommt man oft einen ausgesprochen angenehmen, freundlichen und alltagstauglichen Hund. FĂŒr viele Haushalte ist genau das mehr wert als spektakulĂ€re Eigenschaften.
Havaneser FAQ:
Ist der Havaneser fĂŒr AnfĂ€nger geeignet?
Ja, oft sogar ziemlich gut. Entscheidend ist, dass man die Fellpflege ernst nimmt und die Erziehung nicht schleifen lÀsst, nur weil der Hund klein ist.
Reicht eine kleine Wohnung fĂŒr einen Havaneser aus?
Ja, wenn der Alltag dazu passt. Wichtiger als viel FlĂ€che sind ruhige AblĂ€ufe, genĂŒgend SpaziergĂ€nge, wenig lange Alleinzeiten und eine Umgebung, in der der Hund nicht dauernd unter Strom steht.
Wie lange kann ein Havaneser allein bleiben?
Ein paar Stunden sind mit Training oft machbar, lange Arbeitstage passen aber meist schlecht. Der Havaneser ist stark menschenbezogen und neigt ohne guten Aufbau eher zu Stress, Bellen oder Unruhe.
Bellt ein Havaneser viel?
Er kann bellfreudig werden, wenn Aufregung, Unsicherheit oder Langeweile nicht gut begleitet werden. Von Natur aus ist er eher aufmerksam als zwangslÀufig ein DauerklÀffer.
Kommt ein Havaneser gut mit Kindern zurecht?
Meist ja, wenn die Kinder respektvoll mit ihm umgehen. FĂŒr sehr groben oder hektischen Umgang ist er wegen seiner GröĂe aber keine gute Wahl.
Kann ein Havaneser mit Katzen zusammenleben?
In vielen FĂ€llen ja. Durch den meist geringen Jagdtrieb und sein soziales Wesen klappt das oft gut, wenn die ZusammenfĂŒhrung vernĂŒnftig ablĂ€uft.
Wie pflegeintensiv ist ein Havaneser wirklich?
SpĂŒrbar pflegeintensiver, als viele vor dem Kauf denken. Ohne regelmĂ€Ăiges BĂŒrsten und Kontrollieren verfilzt das Fell schnell, besonders an den typischen Problemstellen.
Braucht ein Havaneser regelmĂ€Ăig einen Hundefriseur?
Nicht zwingend, aber fĂŒr viele Halter ist das im Alltag die einfachere Lösung. Wer das Fell lĂ€nger trĂ€gt, muss dafĂŒr zu Hause konsequent pflegen.
Ist der Havaneser fĂŒr Allergiker geeignet?
Er haart oft wenig, ist aber nicht automatisch fĂŒr Allergiker geeignet. Wer empfindlich reagiert, sollte den Kontakt vor dem Kauf immer praktisch testen.
Kann man einen Havaneser gut ableinen?
HĂ€ufig ja, weil der Jagdtrieb meist ĂŒberschaubar ist und die Bindung eng sein kann. VerlĂ€sslich klappt das aber nur mit sauberem RĂŒckruftraining und nicht allein wegen des freundlichen Wesens.
Havaneser Alternativen: Diese Hunde passen vielleicht besser
Der Zwergpudel ist eine sehr gute Alternative fĂŒr Menschen, die am Havaneser die handliche GröĂe, die NĂ€he zum Menschen und die Klugheit mögen, aber einen noch trainierbareren und oft etwas berechenbareren Hund suchen. Er ist meist sportlicher im Kopf, lernt extrem schnell und haart ebenfalls wenig. DafĂŒr braucht er eine saubere geistige Auslastung und regelmĂ€Ăige Fellpflege, ist aber fĂŒr viele Halter die stimmigere Wahl, wenn Training und FĂŒhrigkeit wichtiger sind als der typische Havaneser-Charme.
Der Malteser passt oft besser zu Haushalten, die einen sehr kleinen, ruhigen und stark menschenbezogenen Begleithund möchten, der im Alltag etwas weniger lebhaft auftritt. Wer vor allem NÀhe, Handlichkeit und ein eher sanftes Wesen sucht, findet hier oft eine einfachere Lösung. Die Fellpflege bleibt auch beim Malteser ein Thema, aber im Verhalten im Haus wirkt er auf manche Halter noch etwas unkomplizierter, solange man ebenfalls nicht zu lange Alleinzeiten plant.
Der Coton de TulĂ©ar ist fĂŒr Menschen interessant, die die flauschige Optik, FamiliennĂ€he und freundliche Art des Havanesers mögen, aber gern einen etwas robust wirkenden kleinen Begleithund mit viel guter Laune hĂ€tten. Er ist Ă€hnlich nah am Menschen, oft sehr charmant und in Familien mit Alltagstrubel eine stimmige Alternative. Der Pflegeaufwand bleibt auch hier klar vorhanden, aber fĂŒr Halter, die vor allem einen fröhlichen, familiennahen Kleinhund mit etwas mehr körperlicher Unbeschwertheit suchen, kann er die passendere Wahl sein.
