Steckbrief

Art
Hunderasse
FCI
234
Alter
13 - 17 Jahre
GrĂ¶ĂŸe
25 - 60 cm
Gewicht
4 - 25 kg
Preis Ø
2.700 €
Erfahrung
Fortgeschrittener
Energielevel
mĂ€ĂŸig
Jagdtrieb
mittel
Intelligenz
hoch
Wachsamkeit
mittel
FelllÀnge
kurz
Gesundheit
durchschnittlich
Auslauf
zwischen 60 und 120 Minuten
Zeit alleine
2 - 5 Stunden
Fellfarben
Farbmuster
einfarbig · mehrfarbig
Farben
beigedunkelbraungrauhellbraunschwarzweiß
Eigenschaften
allergikerfreundlichhaart wenigsabbert wenigsehr seltenWohnung geeignet
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Ein Xoloitzcuintle wirkt auf viele Menschen zuerst wie ein seltener Exot, im Alltag ist er aber oft viel stiller und wohnungstauglicher, als sein Auftritt vermuten lĂ€sst. In der Wohnung liegt er gern warm, beobachtet sehr genau und sucht meist engen Kontakt zu seinen Menschen. Draußen ist er wach, aufmerksam und oft erstaunlich ansprechbar, solange man ihn nicht dauernd in hektische Hundesituationen drĂ€ngt. Viele Halter schĂ€tzen genau diese Mischung aus Ruhe im Haus, NĂ€he zur Bezugsperson und einer gewissen wĂŒrdevollen EigenstĂ€ndigkeit.

Der Xoloitzcuintle, auch als Mexikanischer Nackthund oder kurz Xolo bekannt, ist kein Hund fĂŒr Menschen, die nur das AuffĂ€llige an ihm spannend finden. Im Alltag fĂ€llt schnell auf, dass er fein auf Stimmungen reagiert und vieles frĂŒh wahrnimmt. Das ist angenehm, wenn man selbst ruhig und klar mit ihm umgeht. Es wird aber anstrengend, wenn im Haushalt stĂ€ndig Unruhe herrscht, jeder Besuch direkt auf den Hund zugeht oder niemand sich um Gewöhnung, Grenzen und echte Ruhe kĂŒmmert.

Was diese Rasse besonders macht, ist nicht nur die haarlose Optik. Es gibt drei GrĂ¶ĂŸen, die sich im Alltag spĂŒrbar unterscheiden, weil ein kleiner Xolo anders lebt, reist und friert als ein großer. Dazu kommt, dass die Haut kein Nebenthema ist, sondern ein echter Teil der Haltung, weil Sonne, KĂ€lte, Reibung und Pflegeprodukte im Alltag eine Rolle spielen. Außerdem ist der Xoloitzcuintle eine Rasse, die sehr viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, und genau das muss man wirklich wollen, weil SpaziergĂ€nge oft nicht einfach ungestört bleiben.

Charakter und Verhalten: Wie der Alltag wirklich ist

Ein Xoloitzcuintle ist oft eng an seine Menschen gebunden und eher kein Hund, der einfach so nebenher mitlĂ€uft. Er beobachtet Gewohnheiten, GerĂ€usche, Spannungen und fremde Personen sehr genau. In einem ruhigen, klaren Haushalt ist das angenehm, weil der Hund sich stark orientiert und vieles schnell versteht. In einem chaotischen Umfeld kann dieselbe Eigenschaft aber dazu fĂŒhren, dass er schnell unter Strom steht, schlecht abschaltet und immer wieder kontrollieren will, was um ihn herum passiert.

Bei Unsicherheit zeigen viele Xolos keine plumpe DraufgĂ€ngerart, sondern eher Distanz, Wachsamkeit oder stilles Absichern. Im Treppenhaus, an der HaustĂŒr, bei Besuch oder in engen Wegen kann sich das als starres Beobachten, Anspannung im Körper, Blockieren an der Leine oder plötzliches Melden zeigen. Genau solche FrĂŒhzeichen sollte man ernst nehmen und nicht als stolze Eigenart verniedlichen. Wenn der Hund lernt, dass sein Verhalten Menschen auf Abstand hĂ€lt oder Situationen kontrolliert, wiederholt er es im Alltag immer öfter.

Die Bandbreite innerhalb der Rasse ist deutlich grĂ¶ĂŸer, als viele KĂ€ufer anfangs denken. Ein gut gezogener und sauber sozialisierter Xolo kann angenehm, unaufgeregt und im Alltag erstaunlich stabil sein. Ein schlecht gefĂŒhrter oder nervös aufgezogener Hund wirkt dagegen schnell empfindlich, reizoffen und in sozialen Situationen anstrengend. Entscheidend sind deshalb nicht nur Rassebeschreibungen, sondern auch Zucht, Aufzucht, frĂŒhe Erfahrungen und die Frage, ob der Halter Ruhe wirklich aufbauen kann.

Erziehung und BeschÀftigung: So bleibt ein Xoloitzcuintle alltagstauglich

Im Training funktioniert diese Rasse meist deutlich besser ĂŒber Klarheit als ĂŒber HĂ€rte. Ein Xoloitzcuintle lernt oft schnell, wenn Regeln verlĂ€sslich sind und der Mensch ruhig bleibt. Laute Korrekturen, stĂ€ndiges Meckern oder grober Druck machen ihn meist nicht souverĂ€ner, sondern unsicherer oder innerlich angespannter. FĂŒr den Alltag im deutschsprachigen Raum sind vor allem lockere Leine, ein guter RĂŒckruf, ein klares Abbruchsignal und echte Ruhe auf Signal wichtig.

Viele machen den Fehler, die Klugheit dieser Hunde mit dauernder BeschĂ€ftigung zu beantworten. Dann bekommt man keinen ausgeglichenen Begleiter, sondern einen Hund, der immer mehr Input erwartet und im Leerlauf selbst Aufgaben erfindet. Besser ist ein Alltag mit kurzen Lernphasen, vernĂŒnftiger Bewegung, wiederkehrenden AblĂ€ufen und bewusstem Nichtstun. Gerade ein Hund, der fein auf Reize reagiert, braucht nicht nur Auslastung, sondern auch die FĂ€higkeit, im Wohnzimmer, im CafĂ© oder bei Besuch einfach ruhig zu bleiben.

Gut passen ruhige Suchspiele, kleine Nasenarbeit, kontrolliertes Tricktraining und SpaziergĂ€nge mit Zeit zum SchnĂŒffeln und Beobachten. Auch alltagstaugliche Übungen wie entspanntes Warten, ruhiges Einsteigen ins Auto oder gelassenes Liegen unter dem Tisch bringen oft mehr als spektakulĂ€re Hundesportideen. Was eher hochdreht, sind hektisches Ballwerfen, stĂ€ndiges Hinterherjagen, dauernde Action mit anderen Hunden und jede BeschĂ€ftigung, die nur Tempo erzeugt. Dann wird aus einem eleganten, aufmerksamen Hund schnell ein Hund, der körperlich mĂŒde ist, innerlich aber immer nervöser wird.

Haltung: Wohnung, Garten, Stadt, Land und Nachbarn

In der Wohnung kann ein Xoloitzcuintle gut leben, wenn die Rahmenbedingungen passen. Er braucht nicht automatisch viel Platz, aber er profitiert stark von Ruhe, festen LiegeplĂ€tzen und einem Alltag, in dem er nicht dauernd unterbrochen wird. In MehrfamilienhĂ€usern sollte man vor allem an Flur, Klingel, HaustĂŒr und Treppenhaus denken, weil dort oft die typischen Konflikte entstehen. Ein Garten ist angenehm, ersetzt aber weder NĂ€he noch Erziehung und macht aus dieser Rasse keinen Hund, der sich den Tag allein draußen selbst organisiert.

Beim Alleinbleiben sollte man sich nichts vormachen. Viele Xolos hĂ€ngen stark an ihrer Bezugsperson und sind keine Hunde, die man einfach viele Stunden allein lĂ€sst, weil sie gerade nicht laut sind. Ein langsamer Aufbau ist wichtig, damit der Hund nicht stillen Stress entwickelt, der lange unbemerkt bleibt. Warnsignale sind Unruhe vor dem Weggehen, stĂ€ndiges Warten an der TĂŒr, Hecheln ohne Belastung, Speicheln, Kratzen oder ein Hund, der schon bei Jacke und SchlĂŒssel deutlich angespannt wirkt.

Bei Wetter und Klima ist diese Rasse im DACH-Raum spezieller als viele andere Hunde. Bei Sonne kann die Haut schnell Thema werden, bei KĂ€lte, NĂ€sse und Wind ebenso. Im Winter ist Kleidung fĂŒr viele Hunde dieser Rasse nicht ĂŒbertrieben, sondern schlicht vernĂŒnftig, vor allem bei lĂ€ngeren SpaziergĂ€ngen, Standzeiten oder Fahrten in Bahn und Auto. In Mietwohnungen fĂ€llt positiv auf, dass der Hund wenig haart, aber dafĂŒr muss man akzeptieren, dass Hautschutz, warme LiegeflĂ€chen und Wettermanagement zum normalen Alltag gehören.

Sozialverhalten: Kinder, Fremde, Hunde, Katzen und andere Tiere

Mit Kindern kann ein Xoloitzcuintle gut zusammenleben, wenn die Familie ruhig, fair und vorausschauend mit dem Hund umgeht. FĂŒr einen lauten, groben und hektischen Familienalltag passt diese Rasse oft deutlich schlechter. Viele dieser Hunde mögen keine aufdringliche NĂ€he, kein dauerhaftes Anfassen und keine Situationen, in denen sie stĂ€ndig sozial verfĂŒgbar sein sollen. Das ist kein Charakterfehler, verlangt aber Erwachsene, die den Hund schĂŒtzen und Kindern klare Regeln beibringen.

Bei Fremden ist ZurĂŒckhaltung oft normal. Ein Xolo muss nicht jeden Menschen freundlich begrĂŒĂŸen, sollte aber lernen, Besuch und fremde Personen ohne eigenes Kontrollverhalten auszuhalten. Genau hier passieren im Alltag viele Fehler, weil Besucher den Hund direkt anschauen, anfassen oder locken und niemand rechtzeitig eingreift. Wenn der Hund sich dann mit Distanzverhalten Erfolg verschafft, wird aus Reserviertheit schnell ein festes Muster.

Mit anderen Hunden kann das Miteinander gut funktionieren, wenn Kontakte passend gewĂ€hlt werden. Ruhige, sozial sichere Begegnungen bringen oft mehr als chaotische Freilaufgruppen oder laute Hundewiesen. Mit Katzen klappt das Zusammenleben durchaus, wenn die Gewöhnung frĂŒh und sauber aufgebaut wird und der Haushalt klare Regeln hat. Bei Kleintieren ist Vorsicht sinnvoll, weil auch ein nur mittlerer Jagdtrieb je nach Individuum im Alltag sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Pflege: Aufwand, der gerne unterschÀtzt wird

Viele erwarten bei einem Xoloitzcuintle fast gar keinen Pflegeaufwand, weil sie sofort an fehlendes Fell denken. In Wahrheit fÀllt der Aufwand nur anders an. Statt stÀndig Fell aus Kleidung, Sofa oder Auto zu entfernen, achtet man stÀrker auf Haut, Reibung, Trockenheit, Witterung und passende Pflegeprodukte. Gerade bei der haarlosen Variante können falsche Gewohnheiten mehr Probleme machen als zu wenig Aufmerksamkeit.

Zu hĂ€ufiges Baden, stĂ€ndiges Eincremen nach GefĂŒhl oder ungeeignete Produkte reizen die Haut oft mehr, als sie nĂŒtzen. Besser ist eine ruhige, passende Routine, die sich am tatsĂ€chlichen Zustand der Haut orientiert. Auch Krallen, Ohren und vor allem ZĂ€hne verdienen regelmĂ€ĂŸige Aufmerksamkeit, weil gerade dieser Punkt bei der Rasse nicht verschleppt werden sollte. Wer Pflege nur als optische Frage versteht, unterschĂ€tzt beim Xoloitzcuintle, wie eng Hautkomfort und Gesundheit im Alltag zusammenhĂ€ngen.

Gesundheit: Typische Baustellen, Lebensdauer und Risiken

Ein Xoloitzcuintle kann alt werden, ist aber kein Hund, bei dem man Gesundheit einfach nebenbei mitlaufen lassen sollte. Die Haut ist ein offensichtliches Thema, weil Sonne, Wind, trockene Luft, Reibung und kleine EntzĂŒndungen schneller sichtbar werden als bei vielen behaarten Rassen. Dazu kommen Besonderheiten beim Gebiss, die man vor dem Kauf kennen sollte und die im Alltag Konsequenzen haben können. Gerade bei seltenen Rassen ist es wichtig, nicht nur auf das Besondere zu schauen, sondern auf das, was spĂ€ter regelmĂ€ĂŸig Aufwand macht.

Im Alltag zĂ€hlen frĂŒhe Warnzeichen mehr als große Dramatik. Wiederkehrende Hautreizungen, kleine EntzĂŒndungen, starker Maulgeruch, Probleme beim Kauen, ungewöhnliche KĂ€lteempfindlichkeit oder deutliche Sonnenreaktionen sollte man zĂŒgig ernst nehmen. PrĂ€vention ist bei dieser Rasse meist erstaunlich bodenstĂ€ndig und besteht aus schlankem Gewicht, vernĂŒnftiger Bewegung, regelmĂ€ĂŸiger Zahnpflege, sinnvoller Hautpflege und einem wachen Blick fĂŒr kleine VerĂ€nderungen. Wer erst handelt, wenn etwas deutlich sichtbar entgleist, zahlt oft spĂ€ter mit mehr Aufwand und mehr Kosten.

Wichtig ist auch der nĂŒchterne Blick auf die Zucht. Seltenheit bedeutet nicht automatisch QualitĂ€t und Exotik ist kein Gesundheitsnachweis. Bei einem Xoloitzcuintle sollte offen ĂŒber Haut, Gebiss, Wesen, Linien und bekannte SchwĂ€chen gesprochen werden. Ein seriöser ZĂŒchter verkauft keinen perfekten Mythos, sondern einen Hund mit StĂ€rken und mit Punkten, die man im Alltag kennen und tragen können muss.

Anschaffung und VerfĂŒgbarkeit: Seriöse ZĂŒchter finden, Vermehrer vermeiden

Im deutschsprachigen Raum ist der Xoloitzcuintle selten, und genau das prĂ€gt die Anschaffung stĂ€rker als bei vielen gĂ€ngigen Rassen. Gute ZĂŒchter haben oft nur wenige WĂŒrfe, dazu kommen teilweise lange Wartezeiten. Wer sofort einen Welpen in einer bestimmten GrĂ¶ĂŸe oder Farbe sucht, gerĂ€t bei dieser Rasse besonders leicht an fragwĂŒrdige Anbieter, Importe oder VerkĂ€ufer, die vor allem von Exotik und schneller VerfĂŒgbarkeit leben. Geduld ist hier meist ein gutes Zeichen und kein Nachteil.

SeriositĂ€t zeigt sich vor allem daran, wie offen jemand ĂŒber den Hund spricht. Du solltest die Tiere in normaler Umgebung erleben können und klare Antworten zu Eltern, Aufzucht, Verhalten, Haut und Gebiss bekommen. Es ist kein gutes Zeichen, wenn nur mit Schönheit, Seltenheit und besonderem Aussehen geworben wird, aber Alltag, Charakter, Pflege und Gesundheitsfragen kaum besprochen werden. Gerade bei einer auffĂ€lligen Rasse trennt sich an diesem Punkt schnell ehrliche Zucht von bloßem Verkaufen.

Beim Preis sollte man nĂŒchtern bleiben. Ein Xoloitzcuintle ist im DACH-Raum selten, entsprechend sind die Anschaffungskosten meist hoch und Wartezeiten nichts Ungewöhnliches. AuffĂ€llig billige Angebote sind bei so einer Rasse nur selten ein GlĂŒcksfall. Misstrauisch sollte man immer dann werden, wenn Unterlagen unklar bleiben, Übergaben an neutralen Orten stattfinden, Druck zu schneller Zahlung entsteht oder kritische Fragen zu Haut, ZĂ€hnen und Herkunft ausweichend beantwortet werden.

Kosten und Alltag: Was pro Monat und pro Jahr realistisch zusammenkommt

Bei den laufenden Kosten liegt ein Xoloitzcuintle oft ĂŒber dem, was viele anfangs spontan schĂ€tzen. Futter, Haftpflicht, normale Tierarzttermine und RĂŒcklagen sind nur die Basis. Dazu kommen bei dieser Rasse eher Ausgaben fĂŒr Zahnpflege, Hautpflege, wettergerechte Kleidung, zusĂ€tzliche Kontrollen und manchmal auch mehr Aufwand bei Betreuung oder Reisen. Wenig Fell im Haushalt bedeutet nicht automatisch, dass der Hund insgesamt billig ist.

Im Monat sollte man deshalb nicht nur mit einem gĂŒnstigen Durchschnitt rechnen, sondern mit einem realistischen Puffer. SpĂ€testens wenn Haut oder Gebiss Aufmerksamkeit verlangen, zeigt sich, warum knappe Kalkulation bei dieser Rasse schnell teuer werden kann. Auch im Jahr summieren sich die Kosten deutlicher, als KĂ€ufer oft erwarten, die vor allem auf den Kaufpreis schauen. Teuer wird es besonders dann, wenn Pflege oder Vorsorge aus SpargrĂŒnden geschoben werden und aus kleinen Themen spĂ€ter große Rechnungen werden.

Passt ein Xoloitzcuintle zu mir: Entscheidungshilfe ohne Schönreden

Ein Xoloitzcuintle passt gut zu Menschen, die einen eher ruhigen, intelligenten und engen Begleiter suchen und kein Problem mit etwas mehr Management haben. Wer Freude an einem Hund hat, der im Haus oft angenehm leise ist, stark auf seine Menschen achtet und nicht dauernd Action braucht, kann mit dieser Rasse sehr glĂŒcklich werden. Auch fĂŒr geordnete Haushalte, ruhige Wohnungen und Menschen mit Sinn fĂŒr feine Körpersprache kann er sehr gut passen. Das Besondere an der Optik darf gefallen, sollte aber nie der Hauptgrund fĂŒr die Anschaffung sein.

Weniger passend ist die Rasse fĂŒr Menschen, die einen unkomplizierten AnfĂ€ngerhund suchen oder viele Stunden außer Haus sind. Auch fĂŒr Haushalte mit stĂ€ndigem Trubel, grobem Kinderalltag, dauerndem Besuch und wenig Geduld fĂŒr Training ist ein Xolo oft nicht die beste Wahl. Wer schnell genervt wĂ€re von Mantel, Sonnenschutz, sensibler Haut, Zahnpflege oder reserviertem Verhalten gegenĂŒber Fremden, wird mit dieser Rasse auf Dauer eher unzufrieden. AuffĂ€llig auszusehen ersetzt keine Alltagstauglichkeit.

Als ehrliche Entscheidungshilfe gilt deshalb vor allem Folgendes. Du solltest Zeit, Ruhe und Nerven fĂŒr einen sensibleren Hund haben, der nicht nebenbei mitlĂ€uft. Du solltest Pflege, Wetterthemen und langsamen Vertrauensaufbau nicht als lĂ€stig empfinden. Und du solltest bereit sein, bei einer seltenen Rasse lĂ€nger zu suchen, genauer hinzuschauen und finanziell nicht auf Kante zu planen.

Xoloitzcuintle FAQ: HĂ€ufige Fragen aus der Praxis

Ist ein Xoloitzcuintle in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wirklich alltagstauglich?

Ja, grundsĂ€tzlich schon, aber nicht ohne vernĂŒnftiges Management. Das Klima, die WohnrealitĂ€t und die vielen engen Alltagssituationen in dicht besiedelten Gegenden verlangen mehr Aufmerksamkeit als bei robusteren Standardrassen. Wer das ernst nimmt, kann ihn gut halten.

Friert ein Xolo im Winter immer schnell?

Viele Hunde dieser Rasse frieren deutlich schneller als behaarte Hunde, vor allem bei NĂ€sse, Wind und wenig Bewegung. Ob immer ein Mantel nötig ist, hĂ€ngt von GrĂ¶ĂŸe, Wetter und individuellem Hund ab. Ohne vernĂŒnftigen Wetterschutz wird der Winteralltag aber oft unnötig schwierig.

Ist ein Xoloitzcuintle fĂŒr Allergiker geeignet?

Er kann fĂŒr manche Menschen angenehmer sein, weil er wenig haart. Eine sichere Garantie ist das aber nicht, weil Allergien nicht nur mit Fell, sondern auch mit Hautschuppen und Speichel zu tun haben. Vor echtem Zusammenleben ist daher vorsichtiger Kontakt sinnvoll.

Kann ein Xolo in einer Mietwohnung leben?

Ja, das ist oft gut möglich. Entscheidend sind weniger die Quadratmeter als Ruhe, Training bei FlurgerÀuschen, gutes Besuchsmanagement und ein Hund, der nicht alles kommentiert. Ohne Erziehung kann gerade das Leben im Mehrfamilienhaus schnell anstrengend werden.

Warum fehlen manchen Xolos ZĂ€hne oder warum haben sie Zahnprobleme?

Das gehört zu den Besonderheiten der Rasse, die man vor dem Kauf kennen sollte. Genau deshalb ist es wichtig, dass ein ZĂŒchter offen ĂŒber Gebiss und Zahnpflege spricht. Im Alltag bedeutet das vor allem, nicht nachlĂ€ssig zu werden und frĂŒh zu kontrollieren.

Ist ein Xoloitzcuintle ein guter BĂŒrohund?

Das kann gut funktionieren, wenn der Hund ruhig ist und Menschen gelassen aushĂ€lt. In hektischen BĂŒros mit viel Laufkundschaft, engem Platz und stĂ€ndigem Wechsel wird es oft schwieriger. Homeoffice oder ein ruhiger Arbeitsplatz passen meist besser.

VertrÀgt die Haut des Xolo jede normale Pflege?

Nein, genau das sollte man nicht annehmen. Zu viel, zu oft oder das falsche Produkt kann die Haut eher reizen als pflegen. Besser ist eine einfache, passende Routine statt stÀndiger Experimente.

Kann ein Xolo mit Katzen zusammenleben?

Ja, das kann gut klappen, wenn die Gewöhnung frĂŒh und ruhig aufgebaut wird. Eine Garantie ist das aber nicht, weil einzelne Hunde sehr unterschiedlich reagieren. Management und klare Regeln bleiben wichtig.

Wie schwer ist es, einen seriösen ZĂŒchter zu finden?

Schwerer als bei verbreiteten Rassen, weil das Angebot klein ist. Genau deshalb lohnt sich Geduld und grĂŒndliches PrĂŒfen. Wer zu schnell kauft, erhöht bei einer seltenen Rasse das Risiko deutlich.

Ist ein Xoloitzcuintle fĂŒr AnfĂ€nger geeignet?

Meist nicht als erste Empfehlung. Er ist nicht hoffnungslos schwierig, aber zu speziell, um ihn pauschal als AnfĂ€ngerhund zu bezeichnen. Mit mehr Erfahrung und ruhiger, klarer FĂŒhrung passt er deutlich besser.

Fazit: FĂŒr wen ist ein Xoloitzcuintle der ideale Hund und was wĂ€ren vielleicht alternative Hunde?

Ein Xoloitzcuintle kann ideal sein fĂŒr Menschen, die einen stilleren, intelligenten, engen und sehr besonderen Begleiter suchen. Sehr gut passt er zu Haltern, die sensibel auf Körpersprache achten, kein Problem mit Wettermanagement haben und einen Hund wollen, der im Haus oft ruhig und angenehm ist. Drei klare Pluspunkte sind seine enge Bindung, sein meist moderater Bewegungsbedarf im Alltag und das geringe Haaren im Wohnraum. Drei ebenso klare GrĂŒnde gegen ihn sind seine spezielle Haut- und Zahnthematik, seine oft reservierte Art gegenĂŒber Fremden und die Tatsache, dass er im hektischen oder groben Alltag schnell anstrengend werden kann.

Ein Whippet ist oft die naheliegendste Alternative fĂŒr Menschen, die die elegante, feine und eher hĂ€uslich angenehme Seite des Xolo mögen, aber weniger Sondermanagement möchten. Er ist ebenfalls sensibel, oft wohnungstauglich und im Haus meist ruhig, bringt aber im Durchschnitt weniger spezielle Haut- und Gebissthemen mit. Ganz anspruchslos ist auch er nicht, doch der Alltag wirkt fĂŒr viele Halter etwas geradliniger.

Auch ein Italienisches Windspiel kann eine gute Alternative sein, wenn dir das Zarte, Nahe und Stilvolle an einem Xolo gefĂ€llt. Es ist klein, oft sehr menschenbezogen und in ruhigen Wohnungen gut integrierbar, verlangt aber im Schnitt weniger rassespezifische Sonderpflege als ein haarloser Hund. Einfach ist auch diese Rasse nicht, aber sie ist fĂŒr manche Halter leichter zu lesen und im Alltag etwas unkomplizierter.