Steckbrief

Art
Hunderasse
FCI
146
Alter
10 - 12 Jahre
Größe
61 - 69 cm
Gewicht
32 - 37 kg
Preis Ø
2.300 €
Erfahrung
Fortgeschrittener
Energielevel
hoch
Jagdtrieb
stark
Intelligenz
hoch
Wachsamkeit
hoch
Felllänge
kurz
Gesundheit
durchschnittlich
Auslauf
über 120 Minuten
Zeit alleine
2 - 5 Stunden
Fellfarben
Farbmuster
einfarbig · mehrfarbig
Farben
beigehellbraun
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Der Rhodesian Ridgeback ist ein großer, athletischer und im Alltag oft erstaunlich ruhiger Hund mit viel Präsenz. Besonders gut passt er zu aktiven, klaren und hundeerfahrenen Menschen, die Bewegung, Führung und einen verlässlichen Rahmen bieten können. Wer einen würdevollen Familienhund mit Eigenständigkeit sucht und keinen dauernd gefälligen Mitläufer erwartet, kann mit einem Rhodesian Ridgeback sehr glücklich werden.

Rhodesian Ridgeback Portrait: Ein erster Eindruck

Der Rhodesian Ridgeback ist ein großer, kraftvoller und zugleich beweglicher Hund, der nie plump wirken soll. Typisch ist der Ridge auf dem Rücken, also der gegen den Strich wachsende Fellstreifen, der die Rasse sofort erkennbar macht. Dazu kommen ein kurzes, dichtes Fell, eine trockene Muskulatur und ein insgesamt klarer, eleganter Körperbau. Der Hund stammt aus dem südlichen Afrika und wurde dort als ausdauernder Jagd- und Wachhund genutzt. Diese Herkunft merkt man ihm bis heute an: Er ist belastbar, aufmerksam und nicht auf hektische Dauerbespaßung ausgelegt.

Im Alltag wirkt ein gut gehaltener Rhodesian Ridgeback oft ruhiger, als man bei seiner Größe vermuten würde. Drinnen kann er angenehm unaufgeregt sein, draußen ist er dagegen schnell, wach und klar bei der Sache. Er bindet sich eng an seine Menschen, bleibt aber meist eigenständiger als viele typische Gebrauchs- oder Familienhunde. Genau das mögen viele Halter an ihm. Man bekommt keinen klammernden Hund, aber oft einen, der sehr genau mitbekommt, was um ihn herum passiert.

Für Familien kann der Rhodesian Ridgeback gut passen, wenn der Alltag ruhig geführt wird und Erwachsene wirklich Verantwortung übernehmen. Mit Kindern funktioniert vieles, vor allem wenn sie schon etwas standfester sind und den Hund nicht bedrängen. Mit anderen Hunden ist er oft gut führbar, wenn Sozialisierung früh beginnt und Begegnungen vernünftig begleitet werden. Bei Katzen und Kleintieren muss man deutlich genauer hinschauen, weil Jagd- und Hetzverhalten ein echtes Thema sein können. Gesundheitlich gilt die Rasse insgesamt nicht als Totalausfall, aber sie ist auch kein Hund, bei dem man Herkunft und Gesundheitsnachweise auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Charakter, Temperament und Verhalten des Rhodesian Ridgeback im Alltag

Ein Rhodesian Ridgeback ist meist kein Hund, der überall sofort freundlich hineinläuft und jeden Menschen großartig findet. Rassetypisch ist eine gewisse Distanz zu Fremden, ohne dass daraus Aggression oder Unsicherheit werden muss. Im Haus ist er oft würdevoll, gelassen und angenehm leise. Draußen schaltet er schneller hoch, beobachtet viel und reagiert deutlich auf Bewegung in seiner Umgebung. Fahrräder, Wildgeruch, plötzlich aufspringende Tiere oder hektische Situationen ziehen seine Aufmerksamkeit oft sofort an. Genau deshalb wirkt die Rasse im Alltag meist ernster und selbstständiger als viele auf Anhänglichkeit gezüchtete Familienhunde.

Die Bindung an die eigenen Menschen ist in vielen Fällen eng, aber nicht unterwürfig. Ein Rhodesian Ridgeback arbeitet nicht dauerhaft im Stil eines Hundes, der nur auf Bestätigung wartet. Er schaut, wägt ab und trifft in manchen Situationen auch selbst Entscheidungen. Das macht ihn spannend, verlangt aber einen Halter, der ruhig und klar bleibt. Grober Ton, ständiger Druck oder ein unberechenbarer Alltag verschlechtern die Führbarkeit eher, statt sie zu verbessern. Gute Ridgebacks sind oft sensible Hunde mit starkem Nervenkostüm, aber sie verzeihen schlechte Führung nicht so leicht wie weichere Rassen.

Frühe Warnzeichen für einen unpassenden Alltag sind meist nicht spektakulär, aber deutlich. Der Hund kommt drinnen schlecht runter, steht ständig an Fenstern oder Türen, scannt draußen ununterbrochen die Umgebung oder übernimmt Entscheidungen an der Leine immer öfter selbst. Dazu kommen häufig schlechte Frustrationstoleranz, hektisches Reagieren auf Reize und ein Rückruf, der nur so lange funktioniert, wie nichts Spannendes passiert. Wer so etwas beim Rhodesian Ridgeback früh kleinredet, bekommt später meist keinen entspannten souveränen Hund, sondern einen großen, kräftigen Hund mit eigener Agenda.

Erziehung, Training und sinnvolle Beschäftigung beim Rhodesian Ridgeback

Am besten funktioniert beim Rhodesian Ridgeback eine Erziehung, die ruhig, eindeutig und fair ist. Er profitiert von festen Regeln, sauber aufgebauten Signalen und einer Führung, die weder hart noch schwammig ist. Positive Bestätigung funktioniert gut, solange sie nicht in hektisches Dauerlob oder Belohnungschaos kippt. Der Hund muss verstehen, was gemeint ist und was immer gilt. Genau darin liegt bei dieser Rasse der Kern guter Führung. Nicht Lautstärke macht Eindruck, sondern Verlässlichkeit.

Typische Fehler passieren oft schon im ersten Jahr. Viele geben dem jungen Hund zu früh zu viele Freiheiten, obwohl Leinenführigkeit, Rückruf und Impulskontrolle noch nicht stabil sitzen. Andere versuchen, Energie nur durch Bewegung wegzuspazieren, statt echte Orientierung aufzubauen. Dazu kommen stark hochfahrende Beschäftigungen wie ständiges Ballwerfen, wilde Hundewiesen oder dauernde Action mit wenig Kontrolle. Beim Rhodesian Ridgeback macht das den Hund oft nicht ausgeglichener, sondern eher reizoffener und selbstständiger.

Sinnvoll sind lange, gut strukturierte Spaziergänge, Nasenarbeit, kontrollierte Suchaufgaben, sauber aufgebauter Rückruf, Alltagstraining an wechselnden Orten und Beschäftigung, bei der der Hund mit seinem Menschen zusammenarbeitet. Auch Laufbegleitung oder sportliche Aktivitäten können gut passen, wenn Gelenke, Alter und Trainingsstand mitspielen. Weniger sinnvoll ist alles, was nur hochdreht und kaum Orientierung bringt. Der Rhodesian Ridgeback braucht nicht pausenlos Programm, aber er braucht einen Rahmen, in dem Bewegung, Ruhe und Regeln sauber zusammenspielen. Dann zeigt er oft genau die Mischung aus Stärke, Ruhe und Präsenz, die viele an der Rasse so mögen.

Rhodesian Ridgeback: Sozialverhalten mit Kindern, Fremden und anderen Tieren

Mit Kindern kann ein Rhodesian Ridgeback sehr gut leben, wenn das Umfeld passt. Viele Hunde dieser Rasse sind in der Familie loyal, ruhig und geduldig, aber sie sind eben auch groß, kräftig und als junge Hunde oft körperlich stürmischer. Für Haushalte mit sehr kleinen Kindern ist das nicht automatisch schlecht, aber anstrengender im Management. Besser passt die Rasse meist zu Familien mit älteren, vernünftigen Kindern, die Grenzen respektieren und dem Hund Rückzug lassen. Erwachsene sollten das Zusammenleben aktiv steuern und sich nicht darauf verlassen, dass sich alles von selbst einspielt.

Fremden begegnet der Rhodesian Ridgeback oft reserviert, manchmal neutral, seltener offen begeistert. Das ist nicht automatisch problematisch, sondern rassetypisch. Wichtig ist, dass man daraus weder künstlich einen Partyhund machen noch jede Distanz als Fehler behandeln will. Der Hund muss lernen, Besuch, Passanten und neue Situationen ruhig auszuhalten, ohne dass er alles kommentiert oder kontrolliert. Ein gelassener, nüchterner Umgang hilft hier meist mehr als ständiges Beschwichtigen oder Zureden.

Mit anderen Hunden ist vieles gut machbar, wenn Begegnungen früh sauber aufgebaut werden. Viele Rhodesian Ridgebacks sind sozial verträglich, brauchen aber keine dauernde Hundegesellschaft und finden aufdringliche Artgenossen oft eher überflüssig. Bei Katzen klappt ein Zusammenleben am ehesten dann, wenn der Hund sie früh und kontrolliert kennenlernt. Bei Kleintieren sollte man deutlich vorsichtiger sein. Der Jagdtrieb ist real, und gerade schnell flüchtende Tiere lösen bei dieser Rasse oft genau das Verhalten aus, das man im Wohnzimmer nicht haben will.

Haltung: Wohnung, Haus mit Garten, Stadt oder Land?

Ob Wohnung oder Haus ist beim Rhodesian Ridgeback nicht die eigentliche Kernfrage. Wichtiger sind Platzgefühl, Tagesablauf, Ruhe und Auslastung. Eine ruhige, ordentlich geschnittene größere Wohnung kann besser funktionieren als ein Haus, in dem der Hund zwar Platz hat, aber wenig Führung und kaum Alltag mit seinen Menschen. Wirklich schwierig wird es eher in engen, unruhigen Wohnungen mit vielen Treppen, häufigem Alleinsein und wenig guten Strecken direkt vor der Tür. Für eine kleine, hektische Stadtwohnung ohne vernünftigen Ausgleich ist die Rasse meist keine gute Idee.

Ein Haus mit sicher eingezäuntem Garten ist angenehm, aber kein Ersatz für Haltung. Der Rhodesian Ridgeback wird nicht ausgeglichen, nur weil er zwischendurch raus kann. Er braucht gemeinsame Bewegung, Orientierung und echte Beschäftigung. Der Garten ist vor allem praktisch, wenn er gut gesichert ist und kurze Entlastung im Alltag ermöglicht. Gerade bei einem athletischen, schnellen Hund mit Jagdinteresse sollte man Zäune und Tore nicht halbherzig lösen.

Stadtleben ist möglich, aber es muss zum Hund passen. Ein nervenstarker, gut geführter Ridgeback kann auch in urbaner Umgebung zurechtkommen, wenn es klare Routinen, gute Spaziermöglichkeiten und genügend Ruhe gibt. Leichter ist das Leben für viele Vertreter der Rasse auf dem Land oder am Stadtrand, wo Wege länger, Reize kontrollierbarer und Flächen besser nutzbar sind. Dafür steigt dort oft die Wildsichtung und damit auch die Anforderung an Rückruf und Management. Entscheidend ist also nicht romantisch Stadt gegen Land, sondern ob die Wohnrealität den Hund täglich trägt.

Fell, Pflege und körperliche Routine beim Rhodesian Ridgeback

Das Fell des Rhodesian Ridgeback ist kurz, dicht und glatt anliegend. Im Vergleich zu vielen lang- oder rauhaarigen Rassen ist der Pflegeaufwand überschaubar. Trotzdem ist er kein Hund, bei dem man Pflege komplett vergessen kann. Lose Haare gibt es ganzjährig, besonders im Fellwechsel. Wer absolut keine Haare in der Wohnung möchte, wird auch mit dieser Rasse nicht glücklich.

Im Alltag ist das kurze Fell praktisch, weil sich Nässe und grober Schmutz meist recht leicht handhaben lassen. Nach Wald, Feld und nassem Wetter sollte man den Hund trotzdem kurz durchsehen, besonders an Pfoten und Läufen. Die Fellpflege selbst ist oft mit einer wöchentlichen Bürstroutine gut im Griff. Das spart aber nicht die normale Körperpflege. Ein Rhodesian Ridgeback ist pflegeleicht, nicht pflegefrei.

Wichtig sind vor allem Ohren, Pfoten und Krallen. Ein aktiver großer Hund läuft viel auf unterschiedlichen Untergründen, daher sollte man Ballen, Zwischenzehenbereich und Krallen regelmäßig kontrollieren. Auch die Ohren gehören in eine feste Routine, besonders wenn viel im Freien unternommen wird. Wer solche Kleinigkeiten früh und ruhig übt, hat später meist keine Diskussionen bei der Pflege. Das passt gut zur Rasse, weil sie klare, unaufgeregte Abläufe in der Regel besser annimmt als hektisches Herumprobieren.

Rhodesian Ridgeback: Gesundheit, Lebenserwartung und typische Risiken

Insgesamt gilt der Rhodesian Ridgeback als eher solide Rasse, aber nicht als rundum sorgenfrei. Die Lebenserwartung liegt typischerweise etwas über zehn Jahren und oft etwa im Bereich von zehn bis zwölf Jahren. Das ist für einen großen Hund ordentlich, macht gute Zucht aber nicht weniger wichtig. Wer nur auf den schönen Kopf, den Ridge oder die Farbe schaut, übersieht schnell die Punkte, die im Alltag und bei Tierarztkosten später wirklich zählen. Gerade bei großen, sportlichen Hunden entscheidet die Qualität der Herkunft oft viel stärker über den Alltag als jede Werbebeschreibung.

Zu den wichtigen Themen gehören Hüftdysplasie, Ellenbogendysplasie, Magendrehung, Hypothyreose, Dermoid Sinus und juvenile myoklonische Epilepsie. In der Zucht werden außerdem je nach Linie weitere Untersuchungen für Augen, Herz, Schilddrüse und genetische Risiken berücksichtigt. Das bedeutet nicht, dass jeder Rhodesian Ridgeback krank wird. Es bedeutet nur, dass gute Züchter dazu belastbare Unterlagen haben sollten und dass man diese Unterlagen auch wirklich sehen will. Gerade Dermoid Sinus ist rassespezifisch so relevant, dass Welpen vor Abgabe sorgfältig untersucht werden sollten.

Im Alltag sollte man auf typische Frühsignale achten. Dazu gehören wiederkehrende Lahmheit, Bewegungseinschränkungen, auffällige Trägheit, Gewichtsschwankungen, Haut- oder Fellveränderungen, Leistungseinbruch und jede Form von Magenproblemen, die plötzlich heftig werden. Bei einem großen tiefbrüstigen Hund ist besonders ernst zu nehmen, wenn der Bauch aufgast, Unruhe einsetzt oder der Hund würgen will, ohne etwas hervorzubringen. Gute Linien, transparente Gesundheitsdaten und ein vernünftiger Züchter reduzieren Risiken spürbar, ersetzen aber nie den wachen Blick im Alltag.

Laufende Kosten und finanzielle Realität

Ein Rhodesian Ridgeback ist insgesamt eher teuer. Der Kaufpreis ist nur der erste größere Posten, danach laufen die eigentlichen Kosten viele Jahre weiter. Schon die Größe macht Futter, Zubehör, Transportlösungen und manche Tierarztleistungen spürbar kostspieliger als bei kleineren Hunden. Dazu kommt, dass ein großer aktiver Hund oft robustes Geschirr, gute Leinen, sichere Zäune und im Alltag einfach mehr Material braucht. Wer knapp kalkuliert, merkt das meist früher, als ihm lieb ist.

Unterschätzt werden oft Training, Betreuung und Gesundheitsvorsorge. Ein Rhodesian Ridgeback profitiert besonders in jungen Jahren von sauberem Training, und bei Problemen braucht man eher früher als später fachkundige Hilfe. Dazu kommen Versicherungen oder Rücklagen, denn bei großen Hunden werden Behandlungen schnell teuer. Auch Urlaubsbetreuung ist nicht immer einfach, weil nicht jeder große, eigenständige Hund in jede Standardbetreuung passt. Die Rasse ist also nicht luxuriös im Sinne von Fellpflege oder Salon, aber klar kostenintensiv durch Größe, Aktivität und mögliche Gesundheitsbaustellen.

Finanziell passt der Rhodesian Ridgeback am besten zu Menschen, die ihn nicht auf Kante halten müssen. Wer Rücklagen bildet und nicht nur den Alltag, sondern auch Notfälle einplant, lebt mit dieser Rasse deutlich entspannter. Genau das ist bei einem großen Hund wichtig, weil Entscheidungen im Ernstfall sonst schnell zu spät oder zu halbherzig werden. Ein Rhodesian Ridgeback ist keine gute Wahl für Haushalte, in denen schon normale laufende Kosten eher drücken. Für gut vorbereitete Halter ist er aber auch keine unvernünftige Rasse, solange man ehrlich rechnet.

Rhodesian Ridgeback kaufen: Anschaffung, Verfügbarkeit und seriöse Anbieter

Der Rhodesian Ridgeback ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht exotisch selten, aber auch keine Rasse, die man beliebig gut und überall bekommt. In anerkannten Zuchtstrukturen gibt es regelmäßig Würfe, zugleich muss man bei guten Verpaarungen oft warten und sich früh kümmern. Das ist eher ein gutes als ein schlechtes Zeichen. Wer sofort einen Welpen haben will und jeden Umweg scheut, landet bei dieser Rasse besonders leicht bei den falschen Leuten. Gute Zuchten verkaufen nicht über Druck, sondern über Auswahl.

Seriöse Anbieter zeigen offen Gesundheitsnachweise, sprechen klar über Stärken und Schwächen ihrer Hunde und fragen auch kritisch zurück, wie der Welpe später leben soll. Wichtig sind Nachweise zu Hüften und Ellenbogen, sinnvollerweise auch weitere Untersuchungen etwa zu Schilddrüse, Augen, Herz und relevanten DNA-Themen. Welpen sollten im Alltag aufwachsen, gut begleitet sein und vor Abgabe untersucht werden. Red Flags sind vage Aussagen zu den Elterntieren, billige Schnellabgabe, Übergaben auf Parkplätzen, Ausreden bei Gesundheitsunterlagen und Zuchtwerbung, die nur mit Optik oder angeblicher Härte spielt.

Passt Rhodesian Ridgeback wirklich zu mir?

Ein Rhodesian Ridgeback passt gut zu Menschen, die gerne draußen sind, klare Strukturen mögen und sich von einem Hund nicht ständig Bestätigung holen müssen. Wer einen souveränen, großen und körperlich präsenten Begleiter sucht, findet hier oft genau das Richtige. Die Rasse kann sehr loyal, angenehm ruhig im Haus und im Alltag beeindruckend würdevoll sein. Gleichzeitig braucht sie Führung, nicht nur Liebe. Wer das zusammenbringt, bekommt oft einen außergewöhnlich starken Familienhund.

Weniger gut passt der Rhodesian Ridgeback zu Menschen, die ihren ersten Hund möglichst unkompliziert halten möchten. Auch für sehr kleine, hektische Wohnsituationen, lange tägliche Alleinzeiten oder Haushalte mit frei laufenden Kleintieren ist er oft nicht die stimmigste Wahl. Wer einen Hund sucht, der fremde Menschen begeistert begrüßt, wenig Jagdinteresse hat und in jeder Situation sofort gefallen will, wird hier eher nicht glücklich. Die Rasse ist nicht schwierig, weil sie böse wäre. Sie ist anspruchsvoll, weil sie groß, aufmerksam, selbstständig und ernst zu nehmen ist.

Unterm Strich passt der Rhodesian Ridgeback vor allem dann, wenn man ihn als das nimmt, was er ist. Nicht als Statushund, nicht als sportliches Deko-Objekt und auch nicht als bequemen Familienklassiker. In den richtigen Händen ist er ein ruhiger, enger, beeindruckender Begleiter mit viel Charakter. In den falschen Händen wird aus seiner Stärke schnell Reibung. Genau deshalb lohnt sich bei dieser Rasse eine besonders ehrliche Entscheidung vor der Anschaffung.

Rhodesian Ridgeback FAQ:

Ist ein Rhodesian Ridgeback für Anfänger geeignet?

Eher nicht. Die Rasse passt meist besser zu Menschen, die schon Erfahrung mit größeren, eigenständigeren Hunden haben und im Alltag ruhig und klar führen können.

Wie schwierig ist der Rückruf beim Rhodesian Ridgeback?

Der Rückruf kann gut werden, ist aber wegen Jagdinteresse und Eigenständigkeit selten etwas, das nebenbei entsteht. Gerade bei Wildreizen braucht es frühes, sauberes und konsequentes Training.

Reicht eine kleine Wohnung für einen Rhodesian Ridgeback?

Meist nur dann, wenn der Alltag draußen sehr gut organisiert ist und der Hund drinnen wirklich zur Ruhe kommt. Für enge, hektische Wohnungen mit vielen Treppen, wenig Platz und wenig guten Runden direkt vor der Tür passt die Rasse in der Regel nicht besonders gut.

Kann ein Rhodesian Ridgeback frei laufen?

Das hängt stark von Training, Umgebung und individuellem Jagdverhalten ab. Viele Halter müssen Freilauf sehr bewusst managen, weil die Rasse schnell auf Wild oder Bewegung anspringen kann.

Ist ein Rhodesian Ridgeback ein guter Joggingpartner?

Für sportliche Menschen oft ja, wenn der Hund erwachsen, gesund und sauber aufgebaut ist. Bei Junghunden und bei Hitze sollte man aber deutlich vorsichtiger sein, als viele anfangs denken.

Kommt ein Rhodesian Ridgeback mit Katzen klar?

Das kann klappen, wenn der Hund Katzen früh und kontrolliert kennenlernt. Als sichere Bank sollte man es wegen des vorhandenen Jagdtriebs aber nicht einplanen.

Bellt ein Rhodesian Ridgeback viel?

Meist nicht übermäßig. Viele Ridgebacks melden eher gezielt und nicht pausenlos, langweilen oder überfordern sollte man sie trotzdem nicht.

Ist der Rhodesian Ridgeback als Zweithund geeignet?

Ja, das kann gut funktionieren, wenn Begegnungen sauber aufgebaut werden und die Hunde charakterlich zusammenpassen. Eine frühe, ruhige Gewöhnung ist deutlich wichtiger als bloße Hoffnung, dass große Hunde das schon unter sich regeln.

Friert ein Rhodesian Ridgeback im Winter schnell?

Viele Vertreter der Rasse sind wegen ihres kurzen Fells empfindlicher gegen Kälte als dichter behaarte Hunde. Für lange Standzeiten bei nasskaltem Wetter ist die Rasse meist deutlich weniger gemacht als für Bewegung.

Woran erkenne ich einen seriösen Rhodesian-Ridgeback-Züchter?

An offenen Gesundheitsunterlagen, nachvollziehbaren Elterntieren, vernünftiger Aufzucht im Alltag und einer Auswahl der Käufer statt schneller Abgabe. Wer bei Tests, Herkunft oder rassespezifischen Risiken ausweicht, ist keine gute Adresse.

Rhodesian Ridgeback Alternativen: Diese Hunde passen vielleicht besser

Der Magyar Vizsla ist eine gute Alternative für Menschen, die am Rhodesian Ridgeback die elegante, sportliche Ausstrahlung und die enge Bindung mögen, sich im Training aber etwas mehr Kooperationsbereitschaft wünschen. Auch der Vizsla ist aktiv und kein Hund für faule Tage, wirkt aber oft weicher, ansprechbarer und im gemeinsamen Arbeiten etwas leichter zu lesen. Er passt vor allem zu sportlichen Haltern, die einen feinen, sehr menschenbezogenen Begleiter wollen und mit Jagdtrieb grundsätzlich leben können.

Der Labrador Retriever ist die stimmigere Wahl für Familien, die einen großen, aktiven und freundlichen Hund suchen, aber deutlich mehr soziale Offenheit und Alltagssicherheit möchten. Er ist meist leichter zugänglich, kontaktfreudiger und in seriösen Zuchtstrukturen breiter verfügbar. Wer am Rhodesian Ridgeback vor allem Größe, Aktivität und Familienanschluss reizvoll findet, mit Reserviertheit gegenüber Fremden und stärkerer Eigenständigkeit aber wenig anfangen kann, fährt mit dem Labrador oft besser.

Der Boxer passt zu Menschen, die die Präsenz, Loyalität und Schutzbereitschaft eines größeren Hundes mögen, aber einen spielerischeren und oft direkter lesbaren Charakter bevorzugen. Er bringt ebenfalls Wachsamkeit und Familiennähe mit, wirkt im sozialen Alltag aber häufig offener und weniger jagdlich orientiert als ein Rhodesian Ridgeback. Das macht ihn besonders für Halter interessant, die einen charakterstarken Familienhund mit kurzer Fellpflege suchen, beim Thema Gesundheit aber sehr bewusst auswählen müssen.